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Recherchefragen - Investigativ In diesem Forum geht es um die journalistische Recherche. Recherchefragen Informationen, Kooperationspartner, alle Themen zur Recherche.

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Alt 24.01.2003, 23:21   #1
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Beiträge: n/a
Standard Frage an Journalisten jenseits der 50

Hallo,
ich bin eine junge Journalistin und arbeite in einer Lokalredaktion. So weit, so gut. Ich habe nur ein Problem: brüllende männliche Journalisten über 50, die sich über kleine Fehler, die andere machen, derart erregen, dass man sich fühlt, wie der letzte Analphabet. Bisher dachte ich, dass der Job so derart stressig ist (wenn ICH 20 Anrufe pro Stunde bekäme, würde ich mit Sicherheit auch irgendwann anfangen, rumzuschreien), aber langsam glaube ich, dass da auch eine gewisse Bösartigkeit dahinter steckt, so etwas Kleines und Gemeines (andere verpetzen u.s.w.). Nun meine Frage: Hat Jemand von Ihnen bei sich solche Tendenzen festgestellt und was steckt dahinter? Welches Verhalten seitens der Angebrüllten würde Sie außer Gefecht setzen?????
Newcomerin
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Alt 28.01.2003, 17:18   #2
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Standard RE: Frage an Journalisten jenseits der 50

Hi,

gehöre zwar nicht zur angesprochenen Zielgruppe (noch unter 50), kann den Frust aber gut verstehen!! Rumbrüllenden Cholerikern (komischerweise immer Männer!) kann man tatsächlich nicht so viel entgegensetzen, zumal solche Typen in der Regel ja auch überhaupt nichts mehr wahrnehmen, wenn sie in Fahrt sind. Was in der Situation (vorübergehend) mal geholfen hat, war ein Tränenausbruch meinerseits, für den ich mich damals natürlich in Grund + Boden geschämt hab (nach dem Motto: typisch Weib, heult ganz unprofessionell einfach los usw.). Das würde ich nicht unbedingt zur Nachahmung empfehlen.
Bessere Möglichkeit (erfolgreich getestet): cool bleiben, sich den Typ in Badehose vorstellen, sachlich reagieren. Beste Möglichkeit (erfordert aber etwas Mut): rigoros die Notbremse ziehen, das Gespräch vorerst abbrechen bzw. dem "Brüller" ins Wort fallen und sagen, dass man gern bereit ist, in vernünftigem Ton und auf sachlicher Ebene weiterzureden. Dann muss man aber auch konsequent bleiben und den Raum verlassen, sonst nützt es nichts!
Jedenfalls darf man sich von solchen Leuten nicht den Schneid und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten abkaufen lassen, sonst hat man schon verloren. Lass Dich nicht kleinkriegen und verängstigen, schaff Dir ein gutes Netzwerk von Kollegen (die's ja möglicherweise ganz ähnlich sehen und erleben wie Du) – und beschwer Dich notfalls beim Ressortleiter oder Chefredakteur des Brüllaffen und/oder beim Betriebsrat. Alles Gute!
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Alt 28.01.2003, 17:33   #3
unbekannter User (Gast)
 
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Standard RE: Frage an Journalisten jenseits der 50

... und noch was (zur Frage, was steckt dahinter): vielleicht Frust, weil man's auf der Karriereleiter selbst nicht soweit gebracht hat wie ursprünglich erträumt, vielleicht Neid (z.B. auch auf jüngere Kollegen), ein unbefriedigtes Geltungsbedürfnis oder auch "nur" ein totales Burn-Out-Syndrom (was ja durchaus entschuldbar wäre). Theoretisch kommt als Erklärung alles mögliche in Frage, aber darüber würd ich mir als "Betroffene" echt nicht den Kopf zerbrechen; das wäre eindeutig die Aufgabe Eurer Chefs!
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Alt 05.02.2003, 12:48   #4
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Standard RE: Frage an Journalisten jenseits der 50

Hallo Newcomerin,

ich habe Deinen Beitrag mit Interesse gelesen, denn ich selbst war einige Jahre in einer Lokalredaktion tätig und hatte mit brüllenden Kollegen zu tun. Tatsächlich fühlt man sich anfangs wie ein Idiot, aber man kann schon etwas dagegen tun. Sachlich bleiben ist sicherlich sehr gut. Insbesondere wenn der Schreier unsachlich oder im Unrecht ist. Und das kommt leider gelegentlich vor, denn meiner Meinung nach spielt da auch eine gewisse Bösartigkeit ein Rolle. Sachlichkeit lässt sich aber im Zweifelsfall beim Gespräch mit dem Chefredakteur gut begründen und nimmt Cholerikern oft den Wind aus den Segeln.

Auch der Hinweis auf einen zivilisierten Umgangston hilft. Wenn die Brüllerei ungerechtfertigt war, habe ich auch öfter zurückgebrüllt. Das hat immer gezogen, ist aber sicher nicht jedermanns Stil. Ein Gespräch mit dem Chefredakteur würde ich auf jeden Fall empfehlen. Choleriker haben meist ein unheimliches Geltungsbedürfnis und müssen ihr Revier - in dem Fall die Redaktion - mit allen Mitteln verteidigen. Außerdem stecken dann meist noch Frustration oder Burn Out dahinter. Mir ist außerdem aufgefallen, dass diese Alt-Redakteure oft ein ziemlich altmodisches Männer-Frauen-Bild. Keine Ahnung, ob das in Deinem Fall auch so ist, aber es könnte ja sein, dass der Typ Frauen am liebsten am Herd sieht und nicht in der Redaktion. In jedem Fall würde ich die Sache nicht hinnehmen. Vielleicht kannst Du Dich ja auch mit Kollegen zusammentun, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Gruß,

Frank
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Alt 11.02.2003, 00:33   #5
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Beiträge: n/a
Standard RE: Frage an Journalisten jenseits der 50

Ich trete bald ein Volo an und wurde schon beim Einstellungsgespräch vor meinem cholerischen Chefredaktuer gewarnt. Meine Redakteurin hat mir den Tip gegeben nicht zurückzuschreien, weil das den Typen nur noch mehr in Fahrt bringen würde. Sie meinte auch, dass er im Eifer des Gefechts gerne mal unter die Gürtellinie gehen würde...Sie sagt ich sollte das nicht ernst nehmen und dann einfach gehen. Das sind ja tolle Aussichten Naja wenigstens weiß ich vorher schon bescheid.Als Gründe nannte sie Stress..da diese "Attacken" vor allem kurz vor der Deadline auftreten würden. Ich hoffe es wird nicht zu schlimm. Hatte vorher nie mit einem cholerischen Menschen zu tun. Aber das Volo ist es mir Wert.
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Alt 16.02.2003, 00:45   #6
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Beiträge: n/a
Standard RE: Frage an Journalisten jenseits der 50

nicht zurückschreien. immer freundlich sein. das macht den irren absolut fertig.
wenn nichts mehr geht, selber gehen. auch wenn es schwer fällt.
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