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Recherchefragen - Investigativ In diesem Forum geht es um die journalistische Recherche. Recherchefragen Informationen, Kooperationspartner, alle Themen zur Recherche.

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Alt 16.05.2009, 00:41   #1
Pug
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Frage Berufsbild Pressefotograf / Bildjournalist

Hallo

Ich hege seit einiger Zeit den Gedanken den Beruf des Presse- oder Agenturfotografen auszuüben, da ich beruflich etwas Veränderung brauche. Ich bin mittlerweile knapp 30 und arbeite als selbstständiger Kommunikations-Designer mit gutem Verdienst. Da ich beruflich ebenfalls fotografiere (Architektur, Portrait) bringe ich bzgl. Technik und Equipment wohl das meiste mit was man braucht. Die Aufgabe eines Designers besteht darin ein Thema visuell auf den Punkt zu bringen - von daher auch nicht ganz verkehrt.

Der Fokus der Arbeit soll bei der Fotografie liegen und nicht der alg. Bildrecherche im Internet, wie häufig bei Bildredakteur zu lesen ist. Das zur Ausgangssituation und nun zu meinen Fragen, die ich nach einiger Recherche nicht abschließend beantworten kann:

// 1
Welche Möglichkeit ist die geeignetste um einmal einen kleinen Job im journalistischen Umfeld auszuführen? (Kamera etc. alles vorhanden)
* z.B. als Freier bei einer Lokalzeitung? Wen am besten ansprechen?

// 2
Sind die Zukunftsaussichten einigermaßen akzeptabel?

// 3
Ist es überhaupt möglich den Beruf ohne journalistische Ausbildung auszuüben?
* Als hauptsächlicher Fotograf sehe ich da wenig Sinn, da ich schon seit Jahren auch beruflich fotografiere - eben in einem anderen Feld. Oder eben eine sehr berufsorientierte Weiterbildung ohne Praktikantengehalt ...

// 4
Hat man nach einiger Zeit als fester Angestellter einen vernünftigen Verdienst von dem man Leben kann? Wenn ja, in welcher Spanne brutto bewegt sich ca. der Lohn?

// 5
Ist es i.d.R. leichter als Freier Aufträge zu bekommen oder erst als Angestellter zu arbeiten?

// 6
Würde mit ein Pressefotograf neutral dazu raten den Beruf auszuüben?

// 7
Ich hoffe man sitzt nicht 70% der Zeit vor der Flimmerkiste, sondern höchstens 20%?

// 7
Harmoniert der Beruf i.d.R. einigermaßen mit Familienleben?


Sorry für meine vielen Fragen, aber ich will mir ein gutes Bild von dem Beruf des Pressefotografen machen und dann ggf. mal rein schnuppern.

Herzlichen Dank und viele Grüße
Pug
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Alt 16.05.2009, 01:42   #2
Maxtron
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Renommee-Modifikator: 14 Maxtron wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Berufsbild Pressefotograf / Bildjournalist

[quote=Pug;74004]Hallo

I
// 1
Welche Möglichkeit ist die geeignetste um einmal einen kleinen Job im journalistischen Umfeld auszuführen? (Kamera etc. alles vorhanden)
* z.B. als Freier bei einer Lokalzeitung? Wen am besten ansprechen?

Also ich würde sagen einfach mal interessante Dinge (Veranstaltungen etc.) ablichten und damit mal bei einer Lokalzeitung/Anzeigenblättchen vorsprechen. Oder siehe auch Persönliche Nachricht von mir

// 2
Sind die Zukunftsaussichten einigermaßen akzeptabel?
Naja, teils teils. Je günstiger die "guten" Kameras werden, je mehr Kollegen es gibt und dazu noch die "Bild-Reporter" lassen die Preise in der Vergangenheit schon in den Keller gehen... aber immer positiv denken.



// 3
Ist es überhaupt möglich den Beruf ohne journalistische Ausbildung auszuüben?
* Als hauptsächlicher Fotograf sehe ich da wenig Sinn, da ich schon seit Jahren auch beruflich fotografiere - eben in einem anderen Feld. Oder eben eine sehr berufsorientierte Weiterbildung ohne Praktikantengehalt ...
Es gibt Quereinsteiger ohne Probleme, es gibt welche mit Probleme...
Du musst Dich an den Wünschen der Redaktionen anpassen bzw. schon ein bisschen Schreiben können. ....


// 4
Hat man nach einiger Zeit als fester Angestellter einen vernünftigen Verdienst von dem man Leben kann? Wenn ja, in welcher Spanne brutto bewegt sich ca. der Lohn?
OHje, das böse Wort für viele Redakteure "fester Angestellter".....


// 5
Ist es i.d.R. leichter als Freier Aufträge zu bekommen oder erst als Angestellter zu arbeiten?
Kaum einer möchte jemanden "Fest" Anstellen, aber je nach Umgebung und der Besetzung bei den Umliegenden Zeitungen kann man als Freier auch davon leben.


// 6

Würde mit ein Pressefotograf neutral dazu raten den Beruf auszuüben?
Ich kenne Deine Bilder nicht.....


// 7
Ich hoffe man sitzt nicht 70% der Zeit vor der Flimmerkiste, sondern höchstens 20%?
Du bekommst einen Termin, fährst hin, hörst Dir oft langweilige Reden an und Fotografierst Danach sitzt Du am PC suchst das schönste Raus, notfalls nachbearbeitung (Beschneiden etc.) und einen Text hierzu schreiben.


// 7
Harmoniert der Beruf i.d.R. einigermaßen mit Familienleben?

Im Prinzip schon. Aber natürlich kommt es auch vor dass Du oftmals am WE rausmusst und da hängt es von der Familie ab....



Ich hoffe ich konnte Dir erstmal helfen, aber wie gesagt, schau mal in deinem Persönliche-Nachricht-Postfach nach.

Gruß
Maxtron
Maxtron ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.05.2009, 02:04   #3
Pug
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Standard AW: Berufsbild Pressefotograf / Bildjournalist

@Maxtron
Herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort - das hat schon mal weiter geholfen

Gibt es denn kaum Angestellte in diesem Bereich oder ist das nicht mehr erwünscht - da Du vom bösen Wort sprichst?Bzgl. des Gehalts muss es doch eine grobe Hausnummer geben, Tarifvertrag etc. Als Junior-AD in der Werbeagentur bekommst z.B. zwischen 1800€ und 3300€ Brutto wenn man es vernünftig angeht. Ist natürlich auch nach oben und nach unten offen, aber nicht die Regel. Bei Freien bewegts sich das im Jahresdurchschnitt ähnlich, auch wenn es mal 10.000 in guten Monaten sind.

Bzgl. der Bilder hab ich leider nichts aus dem Bereich, ich schaue mir aber die Konkurrenz an und probiere mindestens ebenbürtig zu sein - da kann ich auch recht ehrgeizig werden. Wenn Du mir ein gutes Portfolio von einem Agenturfotografen zeigen kannst, gerne. Der World-Press Photo Award ist sicherlich auch eine Quelle was die Qualität angeht, für die Motive wirds wohl nicht reichen

Ich schau mit die Motive im DFJV Bildportal mal an und sehe, dass ich nach und nach ein Portfolio zusammen stelle. Ist ja nicht 100% aktuell, aber sehr interessiert bin ich schon.

// 8 - Was ich noch vergessen habe:
Wie siehst es denn langfristig aus bei Agenturen wie dpa oder Reuters unterzukommen?


Ich lese gerne auch noch weitere Erfahrungen & Ansichten

Viele Grüße
Pug
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Alt 16.05.2009, 12:59   #4
Maxtron
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Registriert seit: 17.09.2008
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Renommee-Modifikator: 14 Maxtron wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Berufsbild Pressefotograf / Bildjournalist

Hallo Pug,

eine Festanstellung ist sehr selten geworden. Die Magazine und Zeitschriften arbeiten oft sehr lange mit ihren Fotografen. Die Chance eine Festanstellung zu bekommen gelingt oftmals nur wenn einer in Ruhestand geht und man selbst bereits längere Zeit mit diesen zusammengearbeitet hat.

Die Einnahmen bei einem Freien setzen sich aus Aufträge von Redaktionen, sowie Eigeninitiativen zusammen.
Als weitere Faktoren kommen noch:
- Gutes Auge
- Gelegenheit
- Glück
- Geschwindigkeit
hinzu.

Bilder müssen heute (vor allem durch die Masse an Kollegen an den meisten Terminen) schnell zum Angebot gebracht werden. Leider geben sich Redaktionen auch mal mit der 2. oder 3. Qualität zufrieden wenn sie diese schneller vorliegen haben als das "Gute" Foto.

Auch muss man heute oftmals nicht nur die Bilder sondern auch Text liefern um auf ein gutes Einkommen zu kommen.
Durchschnittlich kann man als Einsteiger jedoch sich auf nicht mehr als 1500 € einstellen und das ist oftmals schon hochgegriffen.

Wenn man Glück hat und ein paar Paparazzi Strecken schießen kann dann können solche Summen auch auf einmal gezahlt werden (je nach Berühmtheit und Natürlichkeit).

Auf der Anderen Seite ist es auch mir schon passiert, dass ich exklusiv zu "Großen" Ereignissen war und keine bzw. nur ein oder zwei Bilder hiervon von Redaktionen angenommen wurden. Das lag nicht an den Bildern selbst sondern am Interesse der Medien an diesen Ereignissen.

Direkt für Agentur wie Reuters und DPA mit Festanstellung wird sehr schwierig sein.

Wie gesagt man kann sich z.B. beim DFJV Bildportal zumindest die Verbreitung an alle Redaktionen sichern.

Also ehrlich gesprochen, solltest Du Dir die Aufgabe einer festen Anstellung gegen einen Freiberuflichen Job reichlich überlegen.
Erstmal nebenher wäre sinnvoller.

Und bedenke, das Fotografieren außerhalb vom Studio ist etwas anders

Gruß
Maxtron
Maxtron ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.05.2009, 13:19   #5
tooobii
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Renommee-Modifikator: 13 tooobii wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Berufsbild Pressefotograf / Bildjournalist

Ich habe zwar bisher noch keine so weitreichenden Erfahrungen sammeln können, allerdings würde ich nicht zum Beruf des Pressefotografen tendieren.

Ich bin freier Mitarbeiter bei einer Lokalzeit und fotografiere immer selbst. Die Zeitung beschäftigt auch keine eigenen Fotografen. Eine weitere Lokalausgabe des Verlags hat für eine wesentlich größere Stadt auch gerade mal eine Fotografin angestellt.

Ich kenne auch Lokalausgaben von SZ und Münchner Merkur, die beide nur zwei Fotografen für eine Stadt beschäftigen. Dann noch jeweils einer, um ein größeres Einzugsgebiet abzudecken; dann war's das auch schon. Bei der Lokalausgabe der SZ weiß ich aber, dass sie früher weit mehr Fotografen beschäftigt hatten und sämtliches Bildmaterial von denen geliefert wurde. Mit der "Medienkrise" und den Sparzwängen war das auch passé.

Ich kann nur aus dem Lokalen berichten, aber: Jetzt (und in den letzten Jahren), wo die Zeitungen mit immer weniger Budget planen müssen, ist die Arbeit eines Fotografen natürlich eine der ersten Sparmöglichkeiten.
Halbwegs akzeptable Fotos könne auch Redakteure und freie Mitarbeiter liefern. Und mal ehrlich: Welcher Leser einer Lokalzeitung einer Kleinstadt legt auf professionelle Fotografie wert? Es wird die Minderheit sein.

Ich denke, dass es insbesondere im Lokalen sehr schwer ist, heute als reiner Fotograf (mit vernünftigem Gehalt wohlgemerkt) Fuß zu fassen. Die, die dabei sind, machen das zum Teil seit Jahrzehnten. "Das reicht, und neue brauchen wir nicht", sagen da viele Redaktionen/Verleger.
tooobii ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.05.2009, 17:13   #6
Pug
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Standard AW: Berufsbild Pressefotograf / Bildjournalist

Hallo

Ich denke bei einer kleinen Lokalzeitung wäre auch nichts für mich. Im moment wohne ich in Köln, würde aber auch nach Berlin oder Hamburg umziehen, das ist kein Problem. Und ich will auf jeden Fall freiberuflich mal ein paar Aufträge übernehmen und dann mal schauen wie mir die Arbeit gefällt.

Gibt es denn Motive die besonders gefragt sind bei denen es aktuell nicht auf Geschwindigkeit ankommt. Ich muss mir ja erstmal ein kleines Portfolio zusammen stellen.

1500€ am Anfang sind übrigens in Ordnung, aber auch nur am Anfang. Ich denke längerfristig muss man wirklich bei einer Presseagentur unterkommen, die besondere Bilder liefern. Für die meisten Sachen kann man ja wirklich günstiger und häufig sogar qualitativer auf Stockmaterial zurück greifen. Ich sag mal plakativ, vom Hasenzüchterverein zur lokalen Tanzveranstaltung zu fahren ist auf Dauer bestimmt auch nichts für mich.

Auf Dauer will ich lieber qualitative Motive umsetzen und eine Botschaft kreativ auf den Punkt bringen. Gerne auch mit besonderen Einsatz. Ich hoffe das ist hin und wieder möglich. Dazu einen Text verfassen sollte aber auch kein Problem sein - hoffe ich Da ich aktuell Selbstständig bin, muss ich imho häufig redaktionelle Arbeiten übernehmen, welche aber auch Spaß machen.

PS.
Hab mir auf der aktuellenNikon-Messe übrigens mal einen Vortrag von
Gero Breloer angehört, Fotojournalist u.a. für die "Bild" und bei der dpa. Sehr interessant, auch die technischen Kniffe. Das Potfolio finde ich von der Aufmachung allerdings völlig veraltet, da geht heute schon mehr.

Viele Grüße
Till
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Alt 27.05.2009, 16:37   #7
rassloff
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Renommee-Modifikator: 0 rassloff wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Berufsbild Pressefotograf / Bildjournalist

Wie schon weiter oben beschrieben: einfach ein paar Termine auswählen ( z.B. eine Demonstration oder Kulturveranstaltung oder Volksfest) und ein paar Serien schießen - und an regionale oder auch überregionale Fotoredaktionen schicken.

wenn Deine Serien überzeugen sollten und du regelmäßig welche einschickst udn Deine Qualität gleich beleibt bzw. besser wird, kann es sein, das Du nach einem Jahr oder auch zwei mal den einen oder anderen Auftrag bekommst.

Aber wahrscheinlich nur dann wenn sie keinen anderen Fotografen zur Hand haben bzw. einer ausgefallen ist. Denn in der Regel hat jede Fotoredaktion eine Liste von freien Fotografen, an die die Aufträge gehen.

Bleib bei deinen fetsen job und mach deine fotogeschichten schön als hobby, wenn du ab und an mit der oben beschriebenen variante geld verdienst schön - ein taschengeld.

beruflich??? fest??? kein land in sicht.

oder bewirb dich bei agenturen. vielleicht hatse glück.
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