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Volontariat - Studium - Praktikum - Ausbildung Alles rund um die Ausbildung in den Medienberufen. Volontariat, Studium der Journalistik & Kommunikationswissenschaft, Praktikum

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Alt 18.02.2012, 17:20   #31
Iris68
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Standard AW: Gute Journalistenschule?

Zitat: „Aber ist halt die Frage, ob ein Land eine Elite braucht oder nicht. Ich glaube, wir brauchen eine Elite, die sich in den Dienst der Gesellschaft stellt. Die DJS-Ausbildung versucht, genau das zu leisten.”

Ich glaube nicht, dass die DJS in 9 Monaten eine Elite heranbildet. Sie bietet einen guten Einstieg in den Journalismus. Mehr aber auch nicht.

Wer dann wirklich ein super Journalist wird, das stellt sich erst nach einigen Jahren Praxis heraus. Ich habe mehr als einen Top-Journalisten erlebt, der die DJS-Prüfung nie bestanden hätte. Zum Beispiel deshalb nicht, weil er das Defizit aus seiner Jugendzeit erst aufholen musste, bevor er die Liste der Ministerpräsidenten auswendig lernen konnte.

Auch fragt sich, was eine Elite ist. Ich kenne viel zu viele Journalisten, die ich leidenschaftlich gerne lese, die aber die DJS-Aufnahmeprüfung nie bestanden hätten. Ein Hunter S. Thompson, aber auch ein Günther Wallraff hätten die Prüfung wohl nicht bestanden.

Und viele deutsche Top-Journalisten bestätigen, dass sie die Aufnahme-Prüfungen der J-Schulen nicht bestanden hätten.

Und natürlich ist es „primär nicht die Aufgabe einer Journalistenschule, die Bildungsgerechtigkeit in Deutschland zu beseitigen.” Aber ich frage mich, warum dann der Staat sein Geld in die Journalistenschule steckt und nicht für Bildungsgerechtigkeit im öffentlichen Bildungswesen sorgt.

Es ist erwiesen, dass Jugendliche aus bestimmten Kreisen kaum studieren und später kaum an die Spitze von Unternehmen vorstoßen. Selbst hier im Forum sehen wir immer wieder, dass selbst Teilnehmer mit Uni-Abschluss nicht den Unterschied zwischen „dass” und „das” oder „anscheinend” und „scheinbar” kennen.

Warum stecken dann Staat, Stadt, Parteien und Gewerkschaften ihr Geld in eine vermeintliche Elite-Ausbildung für Journalisten? Warum kümmern sie sich nicht um eine vernünftige Allgemeinbildung für alle Schüler, die sch sicher auch gerne in den „Dienst der Gesellschaft” stellen würden?

Fernsehsendungen füllen ganze Serien mit ihrem Spott über Menschen, die nicht wissen, wo welche Stadt in Deutschland liegt oder wer Bundeskanzler ist.

Warum kümmern sich dann Staat, Stadt, Parteien und Gewerkschaften nicht darum, dass noch mehr jungendliche aus ungebildeten Schichten eine Journalistenausbildung absolvieren können? Warum finanzieren sie eine Elite-Schule?

Was mein Problem mit Medienethik ist? Medienethik ist für mich dann ein Problem, wenn sie ausschließlich an staatlichen oder staatlich geförderten Einrichtungen unterrichtet wird.

Zitat: „Die Schule wählt diejenigen aus, die ihrer Meinung nach großes Potential für den Beruf haben. Und dafür muss man nun mal medienaffin sein. Wir haben aber auch Quereinsteiger, die vorher noch nie einen Artikel geschrieben haben. Wenn jemand gut ist, wird er genommen, egal wie sein Abitur war.”

Bevor ich dazu etwas sage, muss ich klarstellen, dass ich kein DJS-Feind bin. Im Gegenteil verdanke ich der DJS sehr viel. Meine ersten Schritte in diesen Beruf machte erst das gelbe Buch „Praktischer Journalismus” von Walter von la Roche möglich.

Vielleicht würde ich Lehrgangs-Teilnehmer genauso auswählen, wie die Schule heute. Aber ich hätte immer ein schlechtes Gewissen dabei. Weil mir klar wäre, dass mir viele spätere Spitzen-Journalisten durch die Lappen gehen würden.

Denn die Schule kann nur eine Momentaufnahme beurteilen...

Ihr präsentieren sich Schüler in bester Verfassung. Und solche, die schon schreiben können, weil sie zuhause Nachdenken und Eloquenz gelernt haben.

Mich würden aber mehr die Schüler interessieren, die gerade die Hölle hinter sich haben und jetzt die Chance verdient haben, sich zu entwickeln.

Die Antworten auf die Wissensfragen könnte ich keinem beibringen. Aber ich bin sicher, dass ich vielen noch introvertierten 18- oder 19-jährigen Abiturienten innerhalb von einem halben Jahr beibringen könnte, wie man eine DJS-taugliche Reportage schreibt.

Ich könnte so einem 18- oder 19-jährigen nicht beibringen, wie man so selbstsicher auftritt, wie ein Kind aus bestem Hause. Aber ich könnte ihm erklären, was er im Bewerbungsgespräch sagen muss, damit er mit großer Sicherheit genommen wird.

Das ist nicht die Aufgabe der Journalistenschule...

...aber es ist mir völlig unverständlich, warum diese Aufgabe nicht Staat, Stadt und Parteien in den öffentlichen Gymnasien leisten. Und ich vermute Schmu, wenn ich dann lese, dass ausgerechnet diese Organisation die Steuergelder aller Mütter und Väter in eine Elite-Schule stecken. Wofür? Welche Interessen verfolgen die? Gibt’s denn nicht schon genug staatliche Journalismus-Unis?

Zitat eines Dozenten in der ersten Woche: „Seriöse Journalisten brauchen das nicht.” Gemeint ist die Rumprahlerei mit dem Beruf. Mir zeigt das, dass ich nach wie vor keinerlei Probleme mit den DJS-Dozenten habe.

Ich schaute mir gerade nochmals die Dozenten-Liste durch. Und da ist keiner dabei, dem ich nicht gerne zuhören würde. Ich weiß aber auch von einigen Dozenten, dass sie diese seltsame Nähe zu Staat und Politik nicht gerne sehen.

Von denen lernst du sicher auch noch die Formel „Don’t Tell It, Show It”. Das heißt, wenn du etwas für „Quatsch”, „Unfug” oder „Schwachsinn” hältst, dann stell deine Gegenmeinung einfach so dar, dass der Leser selbst entscheiden kann, was er für „Quatsch”, „Unfug” oder „Schwachsinn” hält.

Ob ich glaube, dass ihr von den Trägern indoktriniert werdet? Ich weiß es nicht. Um das herauszufinden, würde ich gerne auch einen Tag bei euch verbringen. Gleichzeitig würde ich aber gerne bei so manchem Gespräch dabei sein, wo wichtige Damen und Herren besprechen, warum sie der Schule wirklich Geld überweisen. Und ich würde mich nicht wundern, wenn dabei auch „Wünsche” an die Schulleitung geäußert würden.

Der folgende Satz gefällt mir nach wie vor nicht. Egal, in welchem Zusammenhang: "Darfst gerne mal einen Tag bei uns vorbeischauen und dich überzeugen. Wenn du, wie du so schön sagst, Eier in der Hose hast."

Warum soll einer Eier in der Hose haben, um bei einer DJS vorbeizuschauen? Oder spielst du darauf an, dass ihr einen anderweitig erfolgreichen Mann, der aber rhetorisch nicht so gewandt ist, leicht auseinandernehmen könntet?
Iris68 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.02.2012, 15:06   #32
Iris68
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Standard AW: Gute Journalistenschule?

Thema „Gute Journalistenschule”: Gibt es in Deutschland irgendeine Journalistenschule, wo der aktuelle Wulff-Fall und seine Aufdeckung präzise unterrichtet werden? Wo ich also erfahre, wie die Journalisten auf den Fall kamen, wo sie sich weitere Informationen beschafften?

Woher wussten die Reporter zum Beispiel die Höhe der Bankzinsen? Wo erfuhren sie über die einzelnen Urlaubsaufenthalte? Wie prüften sie nach? Wie kamen sie an die Reservierungsdaten des Hotels auf Sylt heran?

Und vor allem, wie haben sie ihre Informationen rechtlich so abgesichert, dass sie diese veröffentlichen konnten?

Ich würde ohne mit der Wimper zu zucken 1.000 Euro für ein Buch bezahlen, das mir diesen Fall von Reporterseite her minutiös aufdröselt.

Würde ich auf Master in Journalismus studieren, dann würde mich nur so etwas interessieren. Medienethik und Theorien à la „Von außen nach innen recherchieren” kann ich mir anlesen – konkrete 1A-Reporterarbeit aber nicht.

Und der Wulff-Fall zeigt wieder deutlich, wie problematisch es ist, wenn sich eine Journalistenschule von Staat, Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften bezahlen lässt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wichtige Herren dieser Organisationen sonderlich daran interessiert sind, dass junge Journalisten hinter ihren Urlaubsreisen herrecherchieren.

Auch frage ich mich, wie vorsichtig ein Schulleiter seine Schulpläne zusammenstellt, wenn er eben miterleben musste, wie sein Kollege von der anderen Schule wegen eines Zeitungsinterviews geschasst wurde. Und wenn er weiß, dass mächtige Kreise seit Jahrzehnten sehr gut vernetzt sind.

Ich vermute, dass so ein Schulleiter dann doch lieber für die Obrigkeit zu lästiges investigatives Recherchieren vom Lehrplan streicht – und durch Medienethik, etc. ersetzt.
Iris68 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.02.2012, 15:31   #33
Joe46
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Standard AW: Gute Journalistenschule?

Zitat:
Zitat von Iris68 Beitrag anzeigen
Zitat:
Ich glaube nicht, dass die DJS in 9 Monaten eine Elite heranbildet. Sie bietet einen guten Einstieg in den Journalismus. Mehr aber auch nicht.
Ich glaube, hier wird einem in kurzer Zeit sehr intensiv das Handwerk vermittelt. Das ist mehr, als die meisten anderen Ausbildungswege schaffen. Natürlich werden hier nicht fertige Leyendeckers vom Band geschoben.

Zitat:
Zitat von Iris68 Beitrag anzeigen
Zitat: Und natürlich ist es „primär nicht die Aufgabe einer Journalistenschule, die Bildungsgerechtigkeit in Deutschland zu beseitigen.” Aber ich frage mich, warum dann der Staat sein Geld in die Journalistenschule steckt und nicht für Bildungsgerechtigkeit im öffentlichen Bildungswesen sorgt.
Meiner Meinung nach braucht ein Staat beides. Ein ausgewogenes Bildungssystem und eine Elite-Förderung. Wir haben nun einmal ein ungerechtes Bildungssystem. Soll man deshalb alle Eliteinstitutionen wegkürzen? Ich würde ja eher an die Politik appellieren, mehr Geld in die Gymnasien, Real-, Haupt- und Gesamtschulen stecken, um die Bildungsgerechtigkeit zu verbessern, anstatt untereinander um die knappen Mittel zu streiten.

Zitat:
Zitat von Iris68 Beitrag anzeigen
Was mein Problem mit Medienethik ist? Medienethik ist für mich dann ein Problem, wenn sie ausschließlich an staatlichen oder staatlich geförderten Einrichtungen unterrichtet wird.
Wo denn sonst? Medienethik ist wichtig für Journalisten, also unterrichte ich sie in journalistischen Ausbildungsstätten. In der Schule wäre es sicherlich sinnvoll, Medienkompetenz zu unterrichten. Aber Medienethik?

Zitat:
Zitat von Iris68 Beitrag anzeigen
Vielleicht würde ich Lehrgangs-Teilnehmer genauso auswählen, wie die Schule heute. Aber ich hätte immer ein schlechtes Gewissen dabei. Weil mir klar wäre, dass mir viele spätere Spitzen-Journalisten durch die Lappen gehen würden.
Das ist doch klar, dass man bei 45 Plätzen pro Jahr nicht jeden aufnehmen kann. Das Verfahren ist darauf ausgerichtet, dass Talente entdeckt werden. Wer nach Talent forscht, wird nie alle erfassen, weil er die Entwicklung von jungen Menschen prognostizieren muss. Das ist ein verdammt schwieriges Unterfangen. Und dass viele Talente gar nicht erst auf dem Radar auftauchen, weil das Bildungssystem sie benachteiligt, das ist wirklich die Schuld des Staates, der nicht genug Geld in die Schulsysteme steckt. Deshalb muss man aber nicht der DJS das Geld streichen.

Zitat:
Zitat von Iris68 Beitrag anzeigen
Das heißt, wenn du etwas für „Quatsch”, „Unfug” oder „Schwachsinn” hältst, dann stell deine Gegenmeinung einfach so dar, dass der Leser selbst entscheiden kann, was er für „Quatsch”, „Unfug” oder „Schwachsinn” hält.
Das mag für manche journalistischen Stilformen ja zutreffen. Wenn ich emotional in einem Forum kommentiere, sage ich auch mal meine Meinung.

Zitat:
Zitat von Iris68 Beitrag anzeigen
Gleichzeitig würde ich aber gerne bei so manchem Gespräch dabei sein, wo wichtige Damen und Herren besprechen, warum sie der Schule wirklich Geld überweisen. Und ich würde mich nicht wundern, wenn dabei auch „Wünsche” an die Schulleitung geäußert würden.
Starker Tobak. Wo Geld fließt, fließen auch Interessen, klar. Aber von außen das pauschal zu behaupten, also da bekomme ich Bauchschmerzen. Ich merke davon jedenfalls nichts.

Zitat:
Zitat von Iris68 Beitrag anzeigen
Der folgende Satz gefällt mir nach wie vor nicht. ...

Warum soll einer Eier in der Hose haben, um bei einer DJS vorbeizuschauen? Oder spielst du darauf an, dass ihr einen anderweitig erfolgreichen Mann, der aber rhetorisch nicht so gewandt ist, leicht auseinandernehmen könntet?
Nein. Hast du seinen Beitrag mal durchgelesen?

"Die DJS in München kannst meiner Meinung nach knicken. Da habe ich schon zu viele Luschen mit schöner Schreibe aber null Ahnung vom Beruf gesehen. Und wie man eine Überschrift richtig stellt, sorry das ist Basic für einen Journalisten und im Zeitalter von Internet (wo andere Regeln gelten) in vielerlei hinsicht sogar kontraproduktiv!

Ich kenne mich mit den Schulen nicht wirklich aus. Eigentlich garnicht! Aber ich würde schauen das dass Thema Presserecht ausgiebig behandelt wird. Den nur ein starker Journalist der seine Rechte kennt, kann überhaupt ein guter Journalist werden. Eine gute Schule produziert Leute mit Eiern in der Hose! Alles andere ist Kinderkacke! Und da (das weis ich zufälliegerweise) ist München die denkbar schlechteste Schule. Alles was man vom Bayrischen Schulwesen kennt (kritikloses auswendig lernen und sich an Regeln halten), wird dort fortgeführt und kultiviert. Also das exakte gegenteil von Eiern in der Hose! Die haben einen guten Namen aus der Vorzeit, lehren Regeln aus der Vorzeit und leben von der Masse an Germanisten die in München produziert werden. Bei dem Durchsatz den die haben, ist es klar das hier und da auch mal ein ganz großer dabei ist."

Ich habe nur auf seine Aussagen angespielt. Emotional klar, hätte ich auch anders sagen können. Nur bei derartigen Aussagen krieg ich einen Rappel. Was ich sagen wollte: Wenn er so tough ist, wird er ja sicherlich kein Problem haben, bei uns vorbeizuschauen und sich vom Gegenteil zu überzeugen.

"Auch frage ich mich, wie vorsichtig ein Schulleiter seine Schulpläne zusammenstellt, wenn er eben miterleben musste, wie sein Kollege von der anderen Schule wegen eines Zeitungsinterviews geschasst wurde. Und wenn er weiß, dass mächtige Kreise seit Jahrzehnten sehr gut vernetzt sind.

Ich vermute, dass so ein Schulleiter dann doch lieber für die Obrigkeit zu lästiges investigatives Recherchieren vom Lehrplan streicht – und durch Medienethik, etc. ersetzt."

Zweifel berechtigt, aber vermuten kann man viel. Ich glaube, du solltest wirklich mal einen Tag in der HNS oder DJS verbringen...

Geändert von Joe46 (19.02.2012 um 15:40 Uhr).
Joe46 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.02.2012, 18:17   #34
EinSchwabe
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Standard AW: Gute Journalistenschule?

Zitat:
Zitat von Iris68 Beitrag anzeigen
Auch frage ich mich, wie vorsichtig ein Schulleiter seine Schulpläne zusammenstellt, wenn er eben miterleben musste, wie sein Kollege von der anderen Schule wegen eines Zeitungsinterviews geschasst wurde. Und wenn er weiß, dass mächtige Kreise seit Jahrzehnten sehr gut vernetzt sind.

Ich vermute, dass so ein Schulleiter dann doch lieber für die Obrigkeit zu lästiges investigatives Recherchieren vom Lehrplan streicht – und durch Medienethik, etc. ersetzt.
Gibt es dazu einen Link oder etwas mehr als diese vagen Andeutungen? Das wäre nett.
EinSchwabe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.02.2012, 12:52   #35
Il(l)u
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Standard AW: Gute Journalistenschule?

Zitat:
Zitat von Joe46 Beitrag anzeigen
Die Uni bietet das an. Medienethik ist ein wissenschaftliches Fach, das mit Hinblick auf den Pressekodex unterrichtet wird. Vielleicht kommt später auch noch Presserecht, unser Stundenplan ist noch unvollständig. Kein Presserecht->Schwachpunkt, das ist richtig.
Ich kenne drei Leute von eurer ach so tollen Schule. Einer wie der andere mit einer guten bis sehr guten Schreibe. Und jetzt kommts.

1. Nach einem interview was ohne gegenlesen veröffentlicht wurde regte sich der Interviewte extrem auf und drohte mit einer Klage. Der Journalist von der DJS fragte danach mich (ich bin ausgebildeter Maurer und Bautechniker) um Rat und wusste nicht ob er tatsächlich angreifbar ist. Es ging dabei nicht um falsche Fakten!

Meine Meinung: Das ist ein schlechter Treppenwitz!

2. Ebenfalls ein Journalist der DJS hat eines meiner Foren geleitet. Ein sehr rüde Diskussion mit Schmähkritik wurde von mir bemängelt. Der so tolle Journalist lies es jedoch laufen (ich war damals noch nicht so weit einem DJS-Absolventen zu wiedersprechen). Abmahnung kam Selbstverständlich und in Teilbereichen zu recht.


Meine Meinung: Wen man die Unterschiede von Meinung, Beleidigung und falscher Tatsachenbehauptung nicht trennen kann ist man kein Journalist!

Fall 2.1: Gleicher DJS-Absolvent gleiches Abmahnverfahren. Frage des DJS Absolventen. Kann ich da jetzt ins Gefängnis kommen?

Meine Meinung: Sorry, das ist keine Schule, die ganze Institution der DJS ist ein ganz offensichtlicher Witz! Aber alle können unbestritten schön schreiben und Leute interviewen die sich mit ausreichendem Eigeninteresse interviewen lassen möchten und solcher Leute Botschaft verbreiten!

Spasseshalber habe ich mir auch mal die Zulassungsfragen der DJS angeschaut. Meine Meinung dazu: Ein Jahr lang regelmässig Süddeutsche lesen und jeder der etwas Gedächnis besitzt kommt da durch. Hier wird aus meiner Sicht, was ich für Bayern (nicht das geografische sondern das Dreieck Ingolstadt, München, Passau) auch für typisch halte, reines Auswendiglernen und nachplappern bevorzugt. Wenn ich mich recht erinnere, war da nicht eine Frage zum logischen Verständniss enthalten. Man verzeihe mir bitte wenn sich doch eine vereinzelte Frage zum logischen Verständniss findern lässt! Da ich mich nicht als Journalist berufen fühle, erlaube ich mir die Freiheit auch mal quer zu lesen!

Zitat:
Zitat von Joe46 Beitrag anzeigen
Ich habe nur auf seine Aussagen angespielt. Emotional klar, hätte ich auch anders sagen können. Nur bei derartigen Aussagen krieg ich einen Rappel. Was ich sagen wollte: Wenn er so tough ist, wird er ja sicherlich kein Problem haben, bei uns vorbeizuschauen und sich vom Gegenteil zu überzeugen.
Sorry wenn ich diese Einladung nicht annehme. Ich habe über 10 Jahre in München gelebt und mein Umfeld bestand zu sicherlich 50% aus Germanisten, Journalisten und Lehrer. Teilweise mit (ich weiß nicht genau) 6 oder 9 Monatigen DJS-Journalisten-Kursen. Die anderen 50% waren Facharbeiter und Ingenieure! Für mein eigenes Bild, was diese Schule produziert ist das mehr als genug.

Auch (für mich) etwas lustig mit was diese Leute in teilen ihr Geld verdienen. Esotherikmist, zusammenstellungen von Sprichwörtern und ähnlich belangloses Zeug. Ein Reiseführer für den Michael Mueller Verlag (zugegeben sehr hochwertig) ist schon eine intelektuelle herausvorderung. Nur was bitte hat das mit Journalismus zu tun? Das aber ist exakt das, was diese Leute perfekt beherschen! Ein Kunstform ohne frage. Nur eben eine Kunst unter falscher Berufsbezeichnung. Wenn ich so etwas morgen machen will, dann lese ich mir einen Stil an der mir gefällt und ich mache das einfach. Genau wie das Verfassen von Texten wie Beispielsweise für das Sparkassenjournal oder einer Fachzeitungen wie z.Bsp. WuV (beide haben DJS-Absolventen als Mittarbeiter). Dafür und mit diesen Kompetenzen versehen, werden die Leute an der DJS, meiner Ansicht nach, speziel ausgebildet. Im Verhältnis zu echtem Journalismus sind das für meine Begriffe jedoch ziemlich belanglose Sachen!

Logo kann man mit Fug und Recht Namen finden die gute Gegenbeispiele sind und echten Journalismus betreiben. Die Frage die bleibt wäre dann aber, ob wegen oder trotz einer solchen Ausbildung an dieser Schule? Und man mag mir verzeihen. Mit meiner Erfahrung tendiere ich dazu das diese Leute trotz DJS journalistisch arbeiten.

Meinung hin Meinung her. Zurück zum wesentlichen!

Zitat:
Zitat von Iris68 Beitrag anzeigen
Thema „Gute Journalistenschule”: Gibt es in Deutschland irgendeine Journalistenschule, wo der aktuelle Wulff-Fall und seine Aufdeckung präzise unterrichtet werden? Wo ich also erfahre, wie die Journalisten auf den Fall kamen, wo sie sich weitere Informationen beschafften?

Woher wussten die Reporter zum Beispiel die Höhe der Bankzinsen? Wo erfuhren sie über die einzelnen Urlaubsaufenthalte? Wie prüften sie nach? Wie kamen sie an die Reservierungsdaten des Hotels auf Sylt heran?

...

Würde ich auf Master in Journalismus studieren, dann würde mich nur so etwas interessieren. Medienethik und Theorien à la „Von außen nach innen recherchieren” kann ich mir anlesen – konkrete 1A-Reporterarbeit aber nicht.

Und der Wulff-Fall zeigt wieder deutlich, wie ...
Ich fürchte fast das Du dann doch etwas viel erwartest. Ich kann dir so etwas nur aus einer eigenen Erfahrung andeuten.

Nach einer ersten Bericherstattung ohne viel Fleisch meldete sich ein Informant mit internen Informationen. Ich erhielt Kontoauszüge, die Komplette Buchhaltung, Kalkulationsunterlagen und sogar die Strafzettel von einer Person. Für den Informanten ist so etwas absolut illegal. Ich bin selber kein Journalist aber nach meiner Erfahrung sind das, neben den Informationsquellen aus Hackerkreisen (die auch illegal agieren) die wichtigen Quellen.

Zum Thema Wulf. Der Man hat sich mit seiner Aussage "Der Islam gehört zu Deutschland ..." nicht nur Freunde gemacht. Und da weiß dann jeder, der Ansprechpartner für dreckige Wäsche ist die Bildzeitung.

Das Problem, Du sprichst es an, ist die Refferenzierung der Daten. Verlassene Geliebte, geschasste Mitarbeiter usw. sind nicht immer die neutralsten Quellen. Und spätestens wen die Information falsch ist, haftest Du als Journalist. Bzw. der Herausgeber! Im Idealfall sind die Dinge aus anderen Quellen gegenrecherchiert. Wenn nicht, stehst Du auf dünnem Eis.

Um es auf den Punkt zu bringen. Es gibt keine offiziellen Quellen die zum, Handwerkszeug gehören. Es gibt aber mehr oder minder anerkannte Wege um sich einer Wahrheit anzunähern. Das geschiet im Regelfall so das man alle Möglichkeiten recherchiert und was übriegbleibt ist die Wahrheit.

Alles fängt also mit einem Tipp an (aus für gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen = die Putzfrau hat gesagt). Wer auch immer den Tipp nun im Falle Wulf gegeben hat. Man schaut ins Grundbuch und wenn da keine Bank-Hypothek steht bleiben nur noch zwei Möglichkeiten. Der Mann hatte so viel Geld (dann ist die Frage woher) oder dem Man wurde geholfen (dann ist die Frage von wem?). Auf jeden Fall aber wird der Tipp glaubwürdiger!

Wenn dich so etwas interesiert, dann schau dir den Fall "watergate" an. Die Wahrheit findet zu Dir! Du musst es nur zulassen, das nötige Herzblut besitzen und kräftig zupacken wenn sie dich gefunden hat. Es ist wie mit der Liebe. Wer krampfhaft danach sucht, bleibt einsam!

Was man aber sicherlich lernen könnte, ich aber für sinnlos halte, sind die Methoden von Wallraf und CO.. Irgendwann ist mal einer mit einem Kokain-Test durch die Bundestagskloos gegangen. War lustig und für mache zarte Seele auch erschreckend! Die Werkzeuge sind halt auch Fallbezogen!

Joe46 hat hier den Begriff "Medienethik" eingebracht. Ein voll ferfickter Begriff übriegends der ähnlich dem Begriff der Wirtschaftsethik dem unwissenden mehr verschleiert als aussagt! Es wäre aber mal eine absolut gerechtfertigte Frage, wie ethisch es ist Leuten mit eigenen Interessen dabei zu helfen anderen das Grab zu schaufeln. Wahrheit hin, Wahrheit her. Aber nein, der Journalist ist natürlich nur der Wahrheit verpflichtet und das ist (meiner Meinung nach) auch gut so. Sonst wird es nämlich zu kompliziert. Mach dich mit niemanden gleich, muss auch bedeuten sich nicht mit dem Opfer gleich zu machen. Und wenn man bei der Wahrheit bleibt kann man höchstens den Täter zum Opfer seiner eigenen Taten machen! Aber lustig was man mit Worten so alles machen kann! Dafür ist die DJS erstklassig. Medienethik, ich lach mich gerade schlapp! Ich brauch kein Recht denn ich habe ja die Moral!
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Geändert von Il(l)u (20.02.2012 um 17:37 Uhr).
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Alt 20.02.2012, 17:22   #36
Joe46
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Standard AW: Gute Journalistenschule?

Zitat:
Zitat von Il(l)u Beitrag anzeigen
Ich kenne drei Leute von eurer ach so tollen Schule.

...

Meine Meinung: Sorry, das ist keine Schule, die ganze Institution der DJS ist ein ganz offensichtlicher Witz!
Du kennst drei von zweitausend Absolventen. Lebst in München, der Stadt der Schule. Und schließt daraus, dass die Schule ein Witz ist. Die Rechnung kann ja jeder selbst überprüfen. Vielleicht hast du ja ein paar Variablen übersehen, das wäre meine Meinung.
Joe46 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.02.2012, 18:07   #37
Il(l)u
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Standard AW: Gute Journalistenschule?

Zitat:
Zitat von Joe46 Beitrag anzeigen
Du kennst drei von zweitausend Absolventen. Lebst in München, der Stadt der Schule. Und schließt daraus, dass die Schule ein Witz ist. Die Rechnung kann ja jeder selbst überprüfen. Vielleicht hast du ja ein paar Variablen übersehen, das wäre meine Meinung.
Möglich, aber ein Ausbilder im Handwerk, der seinen Maurergesellen nicht das grundsetzliche Rüstzeug der Handwerksordnung mit auf dem Weg gibt, ist meiner Meinung nach kein Ausbilder sondern eine Pfeife (Punkt)!

Warum also soll ich eine Journalistenschule die kein Presserecht unterrichtet anders bewerten?

Und komme mir jetzt nicht mit Presseethik. Der Begriff ist so nichtssagend und beschönigend wie Wirtschaftsethik und nur zur Verschleierung kreiert worden. Selbst wenn es anders wäre und der Begriff würde halten was er verspricht. Zuerst und als kleinster gemeinsamer Nenner kommt das Recht. Moral und Ethik ist dann im allg. weiterführend und kann im Einzelfall sogar im Widerspruch zum Recht stehen. Ich kann mich dann, wenn es widererwarten zu diesem Einzelfall kommt, ethisch korrekt verhalten, muss aber im Interesse der Gesellschaftsordnung (will ich kein radikaler sein) die Bestrafung ertragen. Das alles kann ich aber nicht ohne ein vernünftieges Bildungsfundament nachvolziehen. Ein selbstbestimmtes (also bewustes) und ausgewogenes Urteil darüber wann das Recht zu gunsten der Ethik zu brechen ist, siehe den Fall Schmidt - Sturmflut 1962, bleibt jedem ohne ein Bildungsfundament verwert.

Unbestritten und Fakt ist das die DJS kein Presserecht unterrichtet. Abgeleitet dafon erscheint es mir nun als Fakt, dass die DJS ihren Schülern mit voller Absicht genau das Fundament verwehrt was so wichtig ist um Moral und Ethik im Journalismus überhaupt anwendbar entwickeln zu können.

Sollte diese Ableitung falsch sein. Bleibt nur die Annahme übrig das die Leute dumm sind. Was ich eigentlich nicht wirklich unterstellen möchte!
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Geändert von Il(l)u (20.02.2012 um 19:46 Uhr).
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Alt 20.02.2012, 19:17   #38
Joe46
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Zitat:
Zitat von Il(l)u Beitrag anzeigen
Unbestritten und Fakt ist das die DJS kein Presserecht unterrichtet. Abgeleitet dafon erschein es mir nun als Fakt, dass die DJS ihren Schülern mit voller Absicht genau das Fundament verwehrt was so wichtig ist um Moral und Ethik im Journalismus überhaupt anwendbar entwickeln zu können.

Sollte diese Ableitung falsch sein. Bleibt nur die Annahme übrig das die Leute dumm sind. Was ich eigentlich nicht wirklich unterstellen möchte!
Mal abgesehen davon, dass es kein Presserecht an sich gibt (es gibt für Journalisten rechtlich relevante Bereiche wie Urheberrecht, Persönlichkeitsrecht, etc.), weiß ich nicht mit letzter Sicherheit, ob die Schule das unterrichtet. Wenn es so ist, bist du der Erste, den ich informiere . Bis dahin wäre ich mit Aussagen wie "mit voller Absicht" vorsichtig.

Medienethik schränkt den rechtlich erlaubten Spielraum ein. Wer sich daran hält, sollte schon mal nicht so falsch liegen. Ohne Medienrecht geht es natürlich nicht.
Joe46 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.02.2012, 19:37   #39
Il(l)u
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Standard AW: Gute Journalistenschule?

Nun, ich habe das Gefühl wir nähern uns.

Zitat:
Zitat von Joe46 Beitrag anzeigen
Bis dahin wäre ich mit Aussagen wie "mit voller Absicht" vorsichtig.

Und genau das meine ich. Wenn Du schon eine Journalistenschule besuchst oder besucht hast. Sollte Du solche Feinheiten eigentlich aus dem FF beherrschen. Da gibt es ("Abgeleitet dafon erscheint es mir ..." = auf gut deutsch das ist eine Meinung die ich aus vorstehendem Fakt ableite) nichts wo man Vorsicht walten lassen müsste. Meinungen sind wie Arschlöcher, jeder hat eins und darf auch eines haben!

Oder was glaubst Du weshalb ich manchmal so umständlich schreibe? Hätte ich schreiben gelernt würde das auch kürzer und knackiger gehen aber auch ich habe meine Defizite!

Aber abgesehen davon das auch ich Defizite habe weis ich das dass Presserecht ein Teil des Medienrechtes ist wo sich sogar Anwälte drauf spezialisieren. Und das ganz nebenbei mit gutem Grund! Den ein Feld, Wald und Wiesen Anwalt, wirft da aus meiner Erfahrung alles durcheinander. Und bereits eine Abgrenzung von Meinung, Satiere und/oder Tatsachenbehauptung (ich habe da schon Anwälte gesehen die waren zum schießen) kann im Einzelfall, wenn man nicht genau weiß was man tut, ziemlich haarig sein!
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Geändert von Il(l)u (20.02.2012 um 19:58 Uhr).
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Alt 20.02.2012, 20:12   #40
Iris68
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Warum lassen sich diese Fragen nicht journalistisch klären?

Die Deutsche Journalistenschule stellt sich auf ihrer Web-Site mit diesem Satz hier vor: „Die DJS ist die renommierteste Journalistenschule in Deutschland.”

Warum fragen jetzt die Elite-Journalisten-Schüler nicht einfach mal ihre Lehrer?

** Warum wird die renommierteste Journalistenschule in Deutschland von den Organisationen (Staat, Parteien, Wirtschaft, Gewerkschaften) finanziert, welche die Schüler später als „Vierte Gewalt” kontrollieren sollen?

** Wo ist der Unterschied zwischen einem Bundespräsidenten, der sich von einem Unternehmer ins Urlaubshaus einladen... und einer Journalistenschule, die sich von Vertretern der Obrigkeit bezahlen lässt?

** Warum werden Deutschlands Elite-Journalisten bestenfalls rudimentär in Rechtsfragen geschult, obwohl im Journalistenalltag z.B. ausgerechnet staatliche Behörden von ihnen perfekte Rechtskenntnisse erwarten?

** Was wird an all den Journalistik-Unis in 3- bis 5-jährigen Studiengängen gelehrt, wenn dann letztendlich doch die ebenfalls vom Staat mitfinanzierte DJS die renommierteste Journalistenschule in Deutschland ist? Was machen die Unis in 5 Jahren falsch, was die DJS in 9 Monaten richtig macht?

** Warum gelingt die Ausbildung eines Elite-Journalisten schon in 9 Monaten, während die Ausbildung zur Friseurin 3 Jahre dauert und nur im Einzelfall auf 2 ½ Jahre verkürzt werden kann? Sind Friseurinnen grundsätzlich dümmer?

Ich würd’s einfach mal fragen...
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Alt 20.02.2012, 20:12   #41
Joe46
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Standard AW: Gute Journalistenschule?

Zitat:
Zitat von Il(l)u Beitrag anzeigen
Nun, ich habe das Gefühl wir nähern uns.
Dann wird ja alles gut . Kein Presserecht=Schwachpunkt, habe ich ja schon gesagt. Wir werden sehen.
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Alt 20.02.2012, 20:19   #42
Il(l)u
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Standard AW: Gute Journalistenschule?

Zitat:
Zitat von Iris68 Beitrag anzeigen
Ich würd’s einfach mal fragen...
Alles gute Fragen. Die letzte ist aber schnell zu beantworten.

Der übliche Weg ist
1. Ein abgeschlossenes Studium.
2. Journalistenschule
3. Das Volontariat

Erst dann beginnt der Teil wo Geld verdiehnt wird und sich jemand ernsthaft Journalist schimpfen darf.

Aber logo, es gibt noch mindestens hundert weitere Wege zum Ziel. Aber im Regelfall sind alle sehr lang und gute Journalisten wachsen nicht auf Bäumen!

Aber deine Fragen sind toll!
__________________
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Wer Rechtschreibfehler findet darf diese behalten!
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Geändert von Il(l)u (20.02.2012 um 20:24 Uhr).
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Alt 20.02.2012, 21:08   #43
Joe46
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Standard AW: Gute Journalistenschule?

"** Warum wird die renommierteste Journalistenschule in Deutschland von den Organisationen (Staat, Parteien, Wirtschaft, Gewerkschaften) finanziert, welche die Schüler später als „Vierte Gewalt” kontrollieren sollen?

** Wo ist der Unterschied zwischen einem Bundespräsidenten, der sich von einem Unternehmer ins Urlaubshaus einladen... und einer Journalistenschule, die sich von Vertretern der Obrigkeit bezahlen lässt?"

Weil die Obrigkeit ein Interesse daran haben MUSS, dass es in ihrer Demokratie gut ausgebildete Journalisten gibt. Wir werden nicht von den Trägern unterrichtet, sondern von gestandenen Journalisten. So gesehen ist der Wulff-Vergleich...naja. Aber so lange dir die Lehrinhalte nicht bekannt sind, wirst du vermutlich munter weiterspekulieren, ob wir nicht doch manipuliert werden.

"** Was wird an all den Journalistik-Unis in 3- bis 5-jährigen Studiengängen gelehrt, wenn dann letztendlich doch die ebenfalls vom Staat mitfinanzierte DJS die renommierteste Journalistenschule in Deutschland ist? Was machen die Unis in 5 Jahren falsch, was die DJS in 9 Monaten richtig macht?

** Warum gelingt die Ausbildung eines Elite-Journalisten schon in 9 Monaten, während die Ausbildung zur Friseurin 3 Jahre dauert und nur im Einzelfall auf 2 ½ Jahre verkürzt werden kann? Sind Friseurinnen grundsätzlich dümmer?"

Es sind 15 Monate. Während der Praktika lernt man ja auch noch was. Und es sind neun Monate praxisnaher Unterricht in kleinen Klassen, Mo. bis Fr. und oft am Wochenende, 9 bis 18/19/20 Uhr mit vielen Extraaufträgen. Wenn du meinst, wir hätten es nicht nötig, lange zu arbeite, weil wir ja die Elite sind, dann mach das Programm mal eine Woche mit.
Joe46 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.02.2012, 21:46   #44
Iris68
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Standard AW: Gute Journalistenschule?

Ich spekuliere nicht, ich stelle Fragen.

Und mein Vorschlag ist nicht, dass die Journalismus-Schüler die Fragen beantworten und alles wissen. Sondern dass sie die Fragen einfach mal den Lehrern stellen. So, wie das ganz normale Reporter machen.

Und du kennst ja das Sprichwort, es gibt keine dummen Fragen...

Du sagst: „Weil die Obrigkeit ein Interesse daran haben MUSS, dass es in ihrer Demokratie gut ausgebildete Journalisten gibt.” Fragt sich nur, wofür.

Du sagst: „Aber so lange dir die Lehrinhalte nicht bekannt sind... ”. Glaub’ mir, die Lehrinhalte sind mir bekannt. Mit meiner Redakteurs-Arbeit habe ich unfreiwillig einigen Elite-Schülern die Ausbildung mitfinanziert.

Tatsächlich, ihr arbeitet „oft am Wochenende, 9 bis 18/19/20 Uhr”. Glaub’ mir, ich wäre oft gerne schon um 20 Uhr nach Hause gegangen. Euer Elite-Programm würde ich also schon eine Woche lang durchhalten.

Eine Frage nebenbei: Du lädst hier so großzügig zum Besuch deiner Schule ein (egal, ob mit oder ohne Eier). Muss ich dazu erst eine Bewerbungs-Reportage schreiben oder komme ich da auch ausnahmsweise so rein?
Iris68 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.02.2012, 21:50   #45
Joe46
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Standard AW: Gute Journalistenschule?

"Glaub’ mir, die Lehrinhalte sind mir bekannt. Mit meiner Redakteurs-Arbeit habe ich unfreiwillig einigen Elite-Schülern die Ausbildung mitfinanziert."

Na wenn dir die Inhalte bekannt sind, dann ist doch alles klar?!

Bezüglich 20 Uhr: Da steht auch noch etwas von Extraprogramm.

"Du sagst: „Weil die Obrigkeit ein Interesse daran haben MUSS, dass es in ihrer Demokratie gut ausgebildete Journalisten gibt.” Fragt sich nur, wofür."

Das kann man der Obrigkeit so oder so auslegen. Mein Eindruck ist, dass wir nicht unbedingt dazu erzogen werden, sie in Ruhe zu lassen.

Ich setze mir gerne persönlich dafür ein, dass du bei uns mal einen Tag vorbeischauen darfst. Aber anscheinend kennst du die Inhalte ja.

Geändert von Joe46 (20.02.2012 um 21:58 Uhr).
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