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Recherchefragen - Investigativ In diesem Forum geht es um die journalistische Recherche. Recherchefragen Informationen, Kooperationspartner, alle Themen zur Recherche.

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Alt 04.10.2005, 09:21   #1
Marie
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Registriert seit: 04.10.2005
Beiträge: 1
Renommee-Modifikator: 0 Marie wird positiv eingeschätzt
Standard geklauter Artikel & Häme

Hallo!

Ich muß hier mal eine Frage loswerden, bei der mir bisher noch keiner weiterhelfen konnte. Es ist so, daß ich noch Studentin bin, aber auch schon seit vielen Jahren für verschiedene Zeitungen arbeite. Vor ca. zwei Jahren habe ich eine Reportage für eine Wochenzeitung geschrieben, die dann auch unter meinem Namen veröffentlicht und bezahlt worden ist. Knapp drei Monate später erschien dann aber in einer Tageszeitung, die fast dasselbe Verbreitungsgebiet wie diese Wochenzeitung hat, mein Text unter einem anderen Namen noch einmal. Das heißt, daß eine andere freie Journalistin (die auch noch Studentin ist) meinen Text in der Wochenzeitung gelesen und íhn dann unter ihrem eigenen Namen und mit nur ganz, ganz geringfügigen "Änderungen" in dieser Tageszeitung veröffentlicht hat. Den Großteil des Textes hat die "Dame" wortwörtlich von mir abgeschrieben, und ein Blinder mit Krückstock sieht, wie dreist hier geklaut worden ist.

Jedenfalls habe ich am Tag dieser "zweiten" Veröffentlichung sofort beim zuständigen Redakteur der Tageszeitung angerufen und mich beschwert. Der Redakteur war entsetzt und konnte die Dreistigkeit seiner eigenen Mitarbeiterin kaum fassen. Dann meinte er, ich solle ihm schnellstmöglich per Post meinen Originaltext schicken und auch meine Bankverbindung zwecks Schadensersatz angeben. Das habe ich alles auch noch am selben Tag getan. Außerdem habe ich meine eigenen Auftraggeber der Wochenzeitung informiert. Auch sie waren entsetzt und versprachen, mir bei den Schadensersatzforderungen zu helfen. Auf diese Versprechungen habe ich mich dann verlassen...

Um es kurz zu machen: Der Redakteur der Tageszeitung hat sich gar nicht mehr bei mir gemeldet. Erst nachdem ich ihm nach drei Monaten eine Mail schickte, bekam ich von ihm wieder eine Reaktion. Er meinte aber nur, er habe mit seiner Mitarbeiterin geredet, und die habe ihm hoch und heilig vesichert, daß sie meinen Originaltext gar nicht kenne. Daß ihr Text an den meisten Stellen wortwörtlich mit meinem übereinstimmt, sei nur Zufall. Daher könne man mir auch kein Geld oder Schadensersatz zukommen lassen. Eine bodenlose Frechheit, wie ich finde. Aber jedenfalls habe ich das alles wiederum meiner Redaktion gemeldet, und dort wollte man mir dann immer noch helfen. Der Chefredakteur verwies mich dazu an seinen Stellvertreter. Der sollte die Sache dann in die Hand nehmen. Was ich aber nicht wußte, ist, daß dieser Stellvertreter mit dem Redakteur der Tageszeitung sehr eng befreundet ist! Hinter meinem Rücken haben diese beiden dann entschieden, daß ich kein Geld erhalte und die Sache unter den Teppich gekehrt wird (das weiß ich von Dritten). Jedenfalls habe ich dann irgendwann aufgehört, in der Angelegenheit nachzufragen.

Allerdings ist es jetzt so, daß mein Originaltext vor einigen Monaten nun schon wieder in dieser Tageszeitung (wenn auch diesmal in deutlich abgeänderter Form) von dieser anderen Freien veröffentlicht worden ist! An Dreistigkeit ist das wohl kaum zu überbieten! Und zusätzlich muß ich mir bis heute die Häme des arrogante, jungen Stellvertreters "meiner" Redaktion gefallen lassen. Er amüsiert sich königlich über die ganze Sache und genießt es ganz offensichtlich, daß er durch seine Freundschaft mit dem anderen Redakteur die "Macht" hat, darüber zu entscheiden, ob ich meine Entschädigung erhalte oder nicht. Der Typ ist einfach nur kaputt! Er gilt sowieso als absolut unbeliebt und inkompetent und hat halt jetzt durch diese Sache eine Machtposition erlangt, die er auskostet... Ein ziemlich armes Würstchen eben..

Aber was könnte ich jetzt tun, um endlich einen Schlußstrich unter die Sache zu ziehen? Habe ich außerdem die Chance, noch an meinen Schadensersatz zu kommen?

Viele Grüße!

Marie
Marie ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.10.2005, 11:49   #2
CrisK
Benutzer
Mitglied
 
Registriert seit: 11.04.2005
Beiträge: 8
Renommee-Modifikator: 0 CrisK wird positiv eingeschätzt
Standard

Hallo Marie,

wärst Du im Berufsverband, zB DJV, könntest Du die Rechtsschutzabteilung um Unterstützung bitten, aber: wäre es das wirklich wert? Du solltest für Dich erst mal klären, worum geht es Dir eigentlich? Um das Geld? Wahrscheinlich eher nicht, der Betrag dürfte eher geringfügig sein. Um das Prinzip? Das ist ein Kampf gegen Windmühlen.
Um die Genugtuung? Macht es wirklich Sinn, sich als externe Einzelkämpferin gegen eine ganze Redaktion zu stellen? Für die Du vielleicht wieder schreiben möchtest?

Dazu wie Du die beteiligten Personen beschreibst: das ist bei Dir alles emotional sehr stark aufgeladen, obwohl wie gesagt die Sache selbst eher geringfügig ist. Es ist natürlich Dein gutes Recht, erst mal wütend zu sein, aber irgendwann sollte auch wieder Sachlichkeit einkehren.

Sieh es einfach so: das gehört zum Business, solchen Situationen wirst Du immer wieder in anderer Form begegnen, es ist ein Lernprozess in Sachen Taktik, Strategie und Diplomatie nach dem Motto - wer ist besser aufgestellt, hat bessere Kanäle, Verbindungen, Beziehungen und die bekommst Du sicher nicht, indem Du Dich wegen einer Bagatelle mit dem ganzen Verlag verfeindest...

Gruß, Cris
CrisK ist offline   Mit Zitat antworten
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