Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 16.05.2009, 13:19   #5
tooobii
Erfahrener Benutzer
Mitglied
 
Registriert seit: 04.01.2009
Beiträge: 297
Renommee-Modifikator: 14 tooobii wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Berufsbild Pressefotograf / Bildjournalist

Ich habe zwar bisher noch keine so weitreichenden Erfahrungen sammeln können, allerdings würde ich nicht zum Beruf des Pressefotografen tendieren.

Ich bin freier Mitarbeiter bei einer Lokalzeit und fotografiere immer selbst. Die Zeitung beschäftigt auch keine eigenen Fotografen. Eine weitere Lokalausgabe des Verlags hat für eine wesentlich größere Stadt auch gerade mal eine Fotografin angestellt.

Ich kenne auch Lokalausgaben von SZ und Münchner Merkur, die beide nur zwei Fotografen für eine Stadt beschäftigen. Dann noch jeweils einer, um ein größeres Einzugsgebiet abzudecken; dann war's das auch schon. Bei der Lokalausgabe der SZ weiß ich aber, dass sie früher weit mehr Fotografen beschäftigt hatten und sämtliches Bildmaterial von denen geliefert wurde. Mit der "Medienkrise" und den Sparzwängen war das auch passé.

Ich kann nur aus dem Lokalen berichten, aber: Jetzt (und in den letzten Jahren), wo die Zeitungen mit immer weniger Budget planen müssen, ist die Arbeit eines Fotografen natürlich eine der ersten Sparmöglichkeiten.
Halbwegs akzeptable Fotos könne auch Redakteure und freie Mitarbeiter liefern. Und mal ehrlich: Welcher Leser einer Lokalzeitung einer Kleinstadt legt auf professionelle Fotografie wert? Es wird die Minderheit sein.

Ich denke, dass es insbesondere im Lokalen sehr schwer ist, heute als reiner Fotograf (mit vernünftigem Gehalt wohlgemerkt) Fuß zu fassen. Die, die dabei sind, machen das zum Teil seit Jahrzehnten. "Das reicht, und neue brauchen wir nicht", sagen da viele Redaktionen/Verleger.
tooobii ist offline   Mit Zitat antworten