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Alt 20.06.2013, 15:31   #1
ErikTion
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Standard Der späte Weg zum Journalismus - noch möglich?

Hallo liebe Leser,

ich befinde mich derzeit in einer kleinen Identitätskrise. Ich habe Wirtschaftsingenieurwesen/Maschinenbau an der RWTH Aachen studiert und bin gerade mitten im Master und in vermutlich einem Jahr fertig. Einige wären vermutlich ziemlich froh, mit meiner Situation tauschen zu dürfen - ich würde am liebsten wegrennen.

Ich habe das Studium damals gewählt, weil ich sehr vielseitige Interessen habe, die von Naturwissenschaft, Politik, WIrtschaft, Geisteswissenschaft und Philosophie bis zur Musik reichen. Das Studium hat meine Interessen eigentlich auch ganz gut abgedeckt: Immerhin konnte ich mich sowohl mit Technik, Wirtschaft, Recht, wie ein bißchen Pychologie und INformatik usw. beschäftigen. Ich bin auch ganz gut darin - klar an die absoluten Ingenieurnerds komme ich leider nicht ran - aber da fehlt mir auch das Interesse. Solangsam kommt aber das böse Erwachen, dass ich meinen Beruf damit nun gewählt habe - und ganz ehrlich, ich habe eine riesen Angst, später für irgendein Unternehmen im Controlling tätig zu sein oder als Vertriebsingenieur irgendwo zu arbeiten. Ich bin leider auch eher der "vielseitige Typ" und bin sehr traurig, wenn ich mich zusehr auf ein Thema spezialisieren muss. In letzter Zeit habe ich mir intensiv Gedanken gemacht und bin darauf gekommen, dass der Journalismus im Grunde das war, was ich bereits zu Schulzeiten, aber auch noch während des Studiums angestrebt habe.

Folgende unbedeutende DInge habe ich zumindest in dem Bereich mal gemacht (ich weiß, dass das im Grunde alles nichts wert ist):

-zu Schulzeiten mal ein Schulradio mitgegründet und moderiert
-einen kleinen Dokumentarfilm als Schulprojekt mit dem RBB und der Filhochschule Babelsberg gedreht, wofür ich die Texte geschrieben habe
-an der Uni zwei ISBN-Publikationen für einen Professor geschrieben, das Layout gemacht und veröffentlicht
-mehrere Zeitschriftenartikel für einen Professor geschrieben und in Fachzeitschriften veröffentlicht
-ein paar Rhetorik-, Stimmtrainings- und Moderationsseminare besucht
-ein paar Jahre als Grafikdesigner mein "Taschengeld aufgebessert"

Interessiert bin ich vorallem am Schreiben (gerne Fachartikel usw.) und am Hörfunk. Der Hörfunk begleitet mich schon seit meiner Kindheit und ich liebe Radiohören. Auch war ich mehrere Male beim RBB in den Studios. Auch textlastiges Radio (InfoRadio usw.) mag ich sehr. Zudem habe ich was Musik angeht einen relativ breiten Horizont und spiele auch selbst zwei Instrumente.

Ich frage mich nun, ob es irgendeinen Weg gibt, etwas mehr weg vom Ingenieurwesen und der Wirtschaft und etwas mehr hin zum Journalismus zu kommen? Ich bin leider auch schon 25 und habe bisher nur das Studium und ein paar lausige Nebenjobs und Praktika gemacht.

GIbt es unter euch jemanden, der auch erst einen späten Einstieg in den Journalismus gefunden hat?

Ist der Besuch einer Journalistenschule bzw. eine gleichwertige Ausbildung unbedingt notwendig?

Kann man realistische gesehen irgendwann vom Journalismus leben?

Ich wäre euch sehr dankbar, wenn ihr mir ein paar hilfreiche Antworten gebe könntet.

Viele Grüße

Erik
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