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Alt 12.03.2011, 09:11   #47
Macit
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Standard AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?

Zitat:
Zitat von Iris68 Beitrag anzeigen
Die exklusive 50-Worte-Meldung über einen überraschenden Politiker-Rücktritt ist doch mehr wert als der Bericht über die Jahreshauptversammlung des örtlichen Fischerei-Vereins.

Und das 3.000-Worte-Interview mit George Clooney ist doch mehr wert als das 3.000-Worte-Interview mit dem örtlichen JU-Vorsitzenden.

Und das soll alles gleich bezahlt werden? Hauptsache, 3.000 Worte.

Wer sich also auf eine Pro-Wort-Bezahlung einlässt, der wertet damit automatisch seine Arbeit ab. Er reduziert die kreative journalistische Leistung auf schnödes Hintippen möglichst vieler Worte.

Das ist aber nicht die Schuld der Job-Anbieter.
Mal ganz ehrlich: Der Lokal-Journalismus rettet seit Jahren die Branche. Jeder, der tatsächlich als Redakteur arbeitet, weiß das. Und ich möchte mal einen unbedarften Menschen sehen, der die Ergebnisse einer Stadtratssitzung vernünftig auf den Punkt bringen kann, ohne zuvor intensiv und mit den richtigen Werkzeugen recherchiert zu haben bzw. ohne die nötige Lokalkompetenz zu besitzen.

Gegenthese: Interview mit George Clooney bekommt jeder Berufsanfänger hin, der im Interview-Seminar halbwegs aufgepasst hat und sich nicht vor Angst in die Hosen macht. Klar, man muss einen Draht zu den jeweiligen PR-Leuten haben, um überhaupt in den Kreis der auserwählten Interviewer zu gelangen. Das ist natürlich eine Eigenleistung (sofern der Verlag nicht für den Kontakt sorgt). Der Rest ist aber Yellow-Press-Recherche, die man auch ohne Studium prima durchführen kann.
Eine Geschichte über die neue Umgehungsstraße dagegen erfordert neben verkehrs- auch kommunalpolitischen Sachverstand, wird sich wahrscheinlich mit ökologischen Aspekten auseinandersetzen müssen und die Reaktionen diverser Bevölkerungsgruppen auf dieses Projekt auf dem Schirm haben.

Ich habe eigentlich noch nie jemanden getroffen, der sich so etwas aus dem Ärmel schüttelt.

Und das ist auch gut so, denn darum kaufen die Menschen nach wie vor Zeitungen. Aus diesem Grund sollte man bitte davon Abstand nehmen, die Lokalredaktionen schlecht zu reden, denn die sind ihr Geld (auch wenn die Qualität natürlich manchmal schwankt) in der Regel wert.
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