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Alt 06.06.2010, 22:13   #23
Wustmann
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Standard AW: Das leidige Thema "Honorar"

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Zitat von Texte-Büro Beitrag anzeigen
Auch im Ruhrgebiet gibt es Leute, die ordentlich verdienen. Die gibt es überall. Und wenn du als Journalist tätig bist, ist es nicht immer entscheidend, wo du wohnst. Ich lebe zum Beispiel in Hamburg, schreibe aber auch für Auftraggeber aus Berlin oder Köln
Dem schließe ich mich an. Vernetzung ist wichtig, sehr wichtig sogar. Natürlich gibt es in der heutigen desolaten Arbeitswelt trotz aller Mühen und Kompetenzen Menschen, die dennoch auf keinen grünen Zweig kommen - das kann man nicht beschönigen.

Meine Erfahrung ist die, dass man standhaft bleiben muss, und eben auch ackern muss. Ich habe mal zwei Jahre lang sieben Tage die Woche geackert, oft zu mäßigen Honoraren, aber inzwischen zahlt sich die Mühe aus. Für 4,50 habe ich mich dennoch nie breitschlagen lassen. Das funktioniert einzig und allein deshalb, weil die Menschen es mit sich machen lassen.

Mittlerweile habe ich feste Stundensätze und Pauschalen, und wer die nicht akzeptiert, wird mit mir nicht zusammenarbeiten. Die allermeisten lenken recht schnell ein, weil ihre Honorardrückerei nicht aus Not entsteht, sondern aus dem Versuch, Geld zu sparen.

Auf der anderen Seite betreue ich einige Projekte auch ehrenamtlich, weil sie mir am Herzen liegen, und arbeite auch gerne mal für weniger, wenn jemand zwar ein gutes Projekt aber tatsächlich kaum Geld hat. Das kann ich mir aber nur deshalb leisten, weil ich bei allen anderen auf dem bestehe, was meine Arbeit mindestens wert ist.

Genau dieses Bewusstsein vermisse ich bei vielen Kolleginnen und Kollegen, deren Handeln einzig und allein die Preisdrückerei befördert.

In diesem Sinne: Wenn Ihr gut seid, verlangt ein entsprechendes Honorar. Es ist besser, mal harte Zeiten zu überstehen, weil man einen Auftrag abgelehnt hat, als lebenslang durch harte Zeiten zu gehen, weil man für Dumpinglöhne arbeitet.
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