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Texte-Büro 18.01.2010 01:25

AW: Praktikum ohne journalistische Vorkenntnisse
 
Zitat:

Zitat von lasse (Beitrag 76546)
Dazu kommt, dass es derzeit wohl keine Branche gibt, in der die Schere zwischen Bewerbermassen und freien Stellen derart auseinanderklafft.

Sorry, aber das ist unsinn. Nun komme ich wieder mit meinem alten Beispiel: Die Schauspieler. Da klafft es noch weit, weit, weit mehr auseinander. Bei den Fotografen ebenso; zudem ist das Honorar bei Fotografen oftmals noch viel schlecher als bei Redakteuren. Und bei Kameraleuten, Filmregisseuren, Discjockeys und Moderatoren klafft es bald noch mehr auseinander.
Und um wieder einmal auf die Anwälte zu sprechen zu kommen: Laut meines Interviewpartner gibt es bei einer Stelle in einer angesehenen Kanzlei gut und gerne 100 Bewerbungen. Da sieht es eben auch nicht rosig aus.

Also ich bleibe dabei: Hier im Forum wird eindeutig zuviel "gemeckert". Beschäftigt euch mal wirklich, und nicht nur oberflächlich, mit den anderen Berufen. Und ihr werdet feststellen, dass es dort nicht besser aussieht. Nur sieht das immer keiner.

mia 18.01.2010 01:34

AW: Praktikum ohne journalistische Vorkenntnisse
 
Zitat:

Zitat von Texte-Büro (Beitrag 76547)
Also ich bleibe dabei: Hier im Forum wird eindeutig zuviel "gemeckert". Beschäftigt euch mal wirklich, und nicht nur oberflächlich, mit den anderen Berufen. Und ihr werdet feststellen, dass es dort nicht besser aussieht. .


Und dann?
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Texte-Büro 18.01.2010 01:46

AW: Praktikum ohne journalistische Vorkenntnisse
 
Zitat:

Zitat von mia (Beitrag 76548)
Und dann?
.................................................. .................................................. ..

Dann können wir uns meinetwegen mit allen Kaufleuten, Anwälten und Schauspielern zusammensetzen und gemeinsam eine Runde weinen. :D

Nein, es geht nur darum, das behauptet wurde, dieser Beruf sei nichts für Leute, die die obere Mittelschicht anstreben. Und das grundsätzlich gesagt wird, aus finanzieller Sicht sollte man sich für einen der anderen Berufe entscheiden. Ich möchte nur sagen, in all den anderen Berufen könnte man genauso rummeckern. Hier wird aber so getan, als hätten es Journalisten schwerer als andere Berufstätige. Doch das entspricht nicht der Wahrheit!!!

Hier wurde zum Beispiel behauptet, mit einen abgeschlossenen BWL Studium könnte man doppelt und dreifach so viel verdienen wie im Journalismus. Da frage ich mich doch, woher ihr das wissen wollt. Wenn ihr in den anderen Berufen tätig gewesen wärd, würdet ihr feststellen, dass auch in diesen Branchen hart gesiebt wird und letztendlich nur wenige Leute die "dicke Kohle" machen.

@Mia: Zudem hast du behauptet, dieser Beruf hätte wenig Glamour. Da bin ich ganz deiner Meinung. Aber: Welcher Beruf ist schon voller Glamour???? keiner. Und wenn ich es mit Juristen vergleiche, dann sehe ich sogar im Journalismus noch mehr Glamour.

mia 18.01.2010 01:55

AW: Praktikum ohne journalistische Vorkenntnisse
 
Zitat:

Zitat von Texte-Büro (Beitrag 76549)
Hier wurde zum Beispiel behauptet, mit einen abgeschlossenen BWL Studium könnte man doppelt und dreifach so viel verdienen wie im Journalismus.

Nein. Das hat hier keiner behauptet.
Gute Nacht.

Texte-Büro 18.01.2010 01:57

AW: Praktikum ohne journalistische Vorkenntnisse
 
Zitat:

Zitat von tooobii (Beitrag 76480)
Gerade finanziell ist bei einem abgeschlossenen Jura/BWL Studium im Vergleich zum Lokaljournalisten doppelt oder dreifach so viel drin.

@mia: Doch, hier hast du das Zitat!

mia 18.01.2010 02:06

AW: Praktikum ohne journalistische Vorkenntnisse
 
Zitat:

Zitat von Texte-Büro (Beitrag 76551)
@mia: Doch, hier hast du das Zitat!

"Im Vergleich zum Lokaljournalismus" ist das auch in den meisten Fällen richtig, sofern man die Festanstellung eines Juristen oder BWLers mit dem Honorar eines freien Mitarbeiters bei einer Lokalzeitung (wo 80 Prozent der Printjournalisten arbeiten) vergleicht. Mit einem Zeilengeld von 15 Cent bzw. Redaktionsdienst-Tagessätzen von manchmal nicht mehr als 80 Euro ernährt man keine Familie. Wenn ich mich recht entsinne, wollte der Thread-Eröffner nach Abschluss seines Jurastudiums aber so sein Geld verdienen. "Den Journalismus" als solches gibt es nicht, und ich verstehe auch nicht ganz, was du sagen möchtest. Dass hier die Nöte der Discjockeys und Spediteure zu wenig zur Sprache kommen? Dass wir das Forum zumachen sollten, weil andere Leute auch Probleme haben? Und was genau ist DEIN Problem?

Texte-Büro 18.01.2010 02:14

AW: Praktikum ohne journalistische Vorkenntnisse
 
Zitat:

Zitat von mia (Beitrag 76552)
"Im Vergleich zum Lokaljournalismus" ist das auch in den meisten Fällen richtig, sofern man die Festanstellung eines Juristen oder BWLers mit dem Honorar eines freien Mitarbeiters bei einer Lokalzeitung (wo 80 Prozent der Printjournalisten arbeiten) vergleicht.

Was ist das denn für ein Vergleich? Wenn du einen Vergleich anstellen möchtest, dann vergleich einen festangestellten Redakteur mit einem angestellten Anwalt. Nun werdet ihr wieder behaupten, dass nur wenige eine Festanstellung als Redakteur bekommen. Nun sage ich aber wieder, dass es bei den Juristen auch nicht so einfach ist.

Wo mein Problem liegt? Mich stört einfach nur, dass die meisten Journalisten immer meckern, wie schwer es in ihrem Beruf ist. Tatsache ist doch, jeder muss einen Beruf ergreifen und damit Geld verdienen. Und in all den anderen Berufen, zumindest in den meisten Berufen, sieht es auch nicht unbedingt besser aus. Journalisten geht es meiner Meinung nach eben weder besser noch schlecher als den meisten anderen Berufstätigen.

Und ich glaube nicht, dass 80 Prozent aller Journalisten für Lokalzeitungen arbeiten. Die meisten Freiberufler arbeiten für mehrere Verlage. Alles andere wäre auch nicht clever

punky 18.01.2010 09:07

AW: Praktikum ohne journalistische Vorkenntnisse
 
Sagen wir mal so: Die guten Stellen sind bei Juristen und BWLern auch umkämpft, werden aber - wenn man die Stelle bekommt - in der Regel besser bezahlt. Ich kenne einige BWLer und die haben alle in verschiedenen Unternehmen für ein PRAKTIKUM schon 800-1000 Euro verdient. Such das mal im Journalismus....

lasse 18.01.2010 11:07

AW: Praktikum ohne journalistische Vorkenntnisse
 
Zitat:

Hier wurde zum Beispiel behauptet, mit einen abgeschlossenen BWL Studium könnte man doppelt und dreifach so viel verdienen wie im Journalismus. Da frage ich mich doch, woher ihr das wissen wollt. Wenn ihr in den anderen Berufen tätig gewesen wärd, würdet ihr feststellen, dass auch in diesen Branchen hart gesiebt wird und letztendlich nur wenige Leute die "dicke Kohle" machen.
Nun, ich habe eine kaufmännische Ausbildung abgeschlossen, danach im Vertrieb gearbeitet und dann ein wirtschaftswissenschaftliches Studium angehängt. Ich denke, dass ich die Verdienstmöglichkeiten schon recht gut einschätzen kann. Sicherlich wird auch in anderen Branchen gesiebt, keine Frage.
Aber hätte ich Geld verdienen wollen, wäre ich besser im Vertrieb geblieben. Das ist Fakt. Mein Verdienst sähe jetzt anders aus.

Texte-Büro 19.01.2010 00:48

AW: Praktikum ohne journalistische Vorkenntnisse
 
@lasse: Mag schon sein, dass du als Kaufmann mehr verdient hättest. Das heißt aber nicht, dass jeder in dieser Branche mehr verdienen würde.

Zitat:

Zitat von mia (Beitrag 76552)
Mit einem Zeilengeld von 15 Cent bzw. Redaktionsdienst-Tagessätzen von manchmal nicht mehr als 80 Euro ernährt man keine Familie.

Also auch ich schreibe u.a. für eine Lokalzeitung in Hamburg, jedoch zahlen die schon deutlich mehr als 15 Cent je Zeile. Aber nehmen wir einmal das Beispiel mit den 80 Euro. Wenn jemand wirklich nur 80 Euro je Tag verdient und nur 20 Tage arbeitet im Monat, hätte er 1.600 Euro Brutto. Bei einem Angestellten wäre das ein Nettogehalt von rund 1.100 Euro. Bei einem Freiberufler sieht es jedoch etwas besser aus. Der Gewinn kann steuertechnisch problemlos reduziert werden, alleine schon mit der Telefon-& Internetrechnung sowie den Autofahrten und den Computergeräten. So fallen die Steuern und Sozialabgaben schon einmal geringer aus. Die Arbeitslosenversicherung fällt sogar ganz weg (was natürlich auch ein Nachteil sein kann, aber das ist wieder ein anderes Thema). Und schlussendlich kommt auch noch die Umsatzsteuerpauschale von 4,8 Prozent hinzu, das entspricht bei einem Umsatz von 1.600 Euro immerhin 76,80 Euro. Letztendlich hat man nach allen Abzügen noch rund 1.300 Euro über. Das mag kein Super-Einkommen sein, aber über solch ein Gehalt würden sich Friseure, Verkäufer oder Tierpfleger freuen. Und das von der VG Wort auch noch ein paar Euro dazu kommen, habe ich bei dieser Rechnung noch nicht einmal erwähnt.

punky 19.01.2010 11:00

AW: Praktikum ohne journalistische Vorkenntnisse
 
@mia: Also wer für 15 Cent pro Zeile arbeitet, ist scheinbar wirklich bei der falschen Zeitung. Das klingt eher nach Rentnern, die in Hintertupfingen aus Spaß an der Freude über den Kaninchenzüchterverein schreiben.

lasse 19.01.2010 11:33

AW: Praktikum ohne journalistische Vorkenntnisse
 
Zitat:

Letztendlich hat man nach allen Abzügen noch rund 1.300 Euro über. Das mag kein Super-Einkommen sein, aber über solch ein Gehalt würden sich Friseure, Verkäufer oder Tierpfleger freuen. Und das von der VG Wort auch noch ein paar Euro dazu kommen, habe ich bei dieser Rechnung noch nicht einmal erwähnt.
Richtig, die haben aber auch nicht fünf Jahre studiert und zwei Jahre volontiert. Auch müssen sie kein Bafög zurückzahlen.

Texte-Büro 19.01.2010 13:26

AW: Praktikum ohne journalistische Vorkenntnisse
 
Zitat:

Zitat von lasse (Beitrag 76571)
Richtig, die haben aber auch nicht fünf Jahre studiert und zwei Jahre volontiert. Auch müssen sie kein Bafög zurückzahlen.

1. Haben die dafür eine Berufsausbildung gemacht.
2. Hat auch nicht jeder Journalist studiert und zwei Jahre volontiert. Ich zum Beispiel nicht. Ich kam vor einigen Jahren mehr durch eine Reihe von Zufällen zum Journalismus

lasse 19.01.2010 13:36

AW: Praktikum ohne journalistische Vorkenntnisse
 
Zitat:

1. Haben die dafür eine Berufsausbildung gemacht.
Genau das. Sie haben 5 Jahre Geld verdient, während Studenten an der Uni waren und kein Gehalt bezogen haben. Da wirkt der Verdienstvergleich zwischen Journalisten und Friseuren arg schief.


Zitat:

2. Hat nicht jeder Journalist studiert und zwei Jahre volontiert. Ich zum Beispiel nicht. Ich kam vor einigen Jahren mehr durch eine Reihe von Zufällen zum Journalismus
Damit bist du aber eine Ausnahme, gerade heutzutage. Die überwiegende Mehrheit hat studiert und im Anschluss volontiert oder eine Journalistenschule besucht.

julia 21.01.2010 21:26

AW: Praktikum ohne journalistische Vorkenntnisse
 
Zitat:

Mit ungeregelten Arbeitszeiten, fragwürdigen Beschäftigungs-Konstrukten, untertariflichen Gehältern, wenig sozialer Absicherung und eher geringem Glamour-Faktor
das erste trifft aber nicht auf alle Jobs zu, ich habe sowohl bei einer Fachzeitschrift als auch bei einer Nachrichtenagentur gearbeitet und fand die Arbetiszeiten dort geregelt. Klar, gerade bei der Agentur war auch mal ein Termin am Wochenende. Aber das hast du bei vielen anderen Berufen auch. Meine Mutter war Assistentin einer Geschäftsleitung und da gab's öfters mal Sitzungen bis nachts um 2 oder 3 mit Anwesenheitspflicht und Arbeitsbeginn am nächsten Morgen um spät. 7.30. Und an den WE musste sie auch mal auf Messen...

Und untertarifl. Gehälter gibt's anderswo auch. Zum Glamour-Faktor wurde ja schon was gesagt...


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