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Felixx 23.08.2006 11:59

Mit Mittlererreife Journalist werden
 
Hallo liebe Freunde,

ich habe ein Problem.
Die 11. Klasse (Abitur) habe ich abgebrochen, da ich einfach keine Lust mehr hatte und weiß, dass diese Lust auch in nächster Zeit nicht mehr kommen wird. Zudem hatte ich viele Probleme mit Freunden auf der Schule, sodass der Abbruch eigentlich schnell beschlossen war.

Wie auch immer, ich möchte Journalist werden.
Die Frage nur, wie?
Ich habe jetzt die Mittlere Reife (mit einem Durchschnitt von 3,0) und keine praktische Erfahrungen (betreibe lediglich eine kleine Internetseite, auf der ich ab und zu über Freunde usw. berichte).

Wie komme ich nun am besten in den Beruf?
Gibt es Journalistenschulen, die auch Schüler ohne Fachhochschulreife/Abitur nehmen?


An der Deutschen Journalistenschule in München nehmen sie anscheinend auch Personen mit Mittlerer Reife auf, jedoch nur für eine Kompaktausbildung (Dauer: 16 Monate).
Ich kann mir darunter gar nichts vorstellen, auf der Internetseite der Deutschen Journalistenschule finde ich auch keine weiteren Informationen.
Was bedeutet so eine Ausbildung? Darf ich mich dann danach Journalist nennen und kann mich bei Verlagen bewerben?

Ich danke euch jetzt schon einmal für eure Antworten.

Andy02 23.08.2006 12:24

AW: Mit Mittlererreife Journalist werden
 
Journalist nennen kann sich ein Jedermann.

Nun ernsthaft: Ich hatte in der Schweiz Lebensmittelverkäufer gelernt, in Fabriken gearbeitet und nebenberuflich geschrieben. Schlussendlich publizierte ich in diversen Zeitungen, auch dem Sport (existiert heute nicht mehr). Allerdings musste ich mich auch bemühen, um Abnehmer zu finden, doch es war von Erfolg gekrönt. Nach etwa zwei Jahren wurde ich zum vollamtlichen Redaktor bei einer Regionalzeitung berufen, als 22jähriger damals.

Mit viel Einsatz kannst Du Dein Ziel erreichen. Aber eben, wenn Du denn Einsatz erbringst, viel und gekonnt schreibst und Dich als "Freelancer" bewährst.

Natürlich kann man auch eine Journalistenschule machen, aber da fragst Du besser andere oder informierst Dich im Internet über die Zulassungsbestimmungen.

Gruss

André

writer_28 24.08.2006 15:51

AW: Mit Mittlererreife Journalist werden
 
....ich denke, dass es theoretisch schon möglich ist, ohne Abi Journalist zu werden. Allerdings gilt dies meines Erachtens nur für Personen, die Ausnahmetalente sind und sich extrem engagieren. Also Menschen, die ihr Leben lang darauf hin arbeiten und sich für diesen Beruf den Arm ausreißen. Bei dir, Felix hört sich das eher nach einer "luschigen" Einstellung an. Ich möchte Dir damit keineswegs auf den Schlips treten, aber in diesem Forum tummeln sich so viele junge ambitionierte Leute mit den besten Qualifikationen, die trotz Abi, super Uni-Abschluss, fünf Fremdsprachen, 10000 Praktika und 30 Auslandsaufenthalten keinen Job finden. Vor diesem Hintergrund zeugt deine "Null-Bock-auf-Abi-Einstellung" nicht gerade von Durchhaltevermögen und Kampfgeist. Diese Eigenschaften sind aber unerlässlich!!!Du sagst du willst Journalist werden, hast aber noch gar keine Bemühungen unternommen, etwas in dieser Richtung zu machen. Es gibt viele Leute, die nicht wissen was sie mit ihrem Leben anfangen sollen und dann sagen "Hey, ich geh dann mal in den Journalismus". Leider ist die Luft im Journalismus sehr dünn und nur die besten und fleißigsten Aspiranten haben eine Chance. Also, überleg dir genau, ob du es wirklich willst............wenn ja, dann hau rein!!!Aber gib 200 Prozent..........dann kannst du es vielleicht schaffen.....ansonsten..erspar dir lieber die Enttäuschungen........Wünsch dir trotzdem viel Glück!!

christine 25.08.2006 14:07

AW: Mit Mittlererreife Journalist werden
 
Keinen Bock auf Schule, einen Realschulabschluss mit 3,0, aber sich dann ausgerechnet einen Beruf aussuchen, bei dem eine sehr gute Allgemeinbildung nicht ganz unwichtig ist ... Nimm's mir nicht übel, Felixx, aber nicht jeder, der einen Stift halten kann und ein bisschen herumschreibt, muss Journalist werden.

Malina 25.08.2006 17:35

AW: Mit Mittlererreife Journalist werden
 
Hallo Felixx, hallo in die Runde,

zunächst mal glaube ich nicht, dass im Leben immer die Lust darüber entscheiden sollte, ob man was zu Ende bringt oder nicht.

Außerdem glaube ich, dass man nicht sagen, kann, dass ein "super Uni-Abschluss" (Zitat writer 28 ) per se das Non-Plus-Ultra ist, um einen wie auch immer gearteten Job zu bekommen.
Denn: Ein Personalchef weiß heutzutage nur zu genau, dass es zum einen Studiengänge gibt, die mit einer ANONYMEN und damit vollkommen OBJEKTIVEN Abschlüssprüfung beendet werden. Daneben soll es auch Studiengänge geben, wo man die Themen und Inhalte der Abschlussprüfung zuvor mit dem Professor abspricht. In manchen Fälllen soll es dann sogar so sein, dass man dann auch noch von genau dem Professor bewertet wird.

Ich denke, weitere Ausführungen dazu erübrigen sich.

Malina

Apfelsinchen 25.08.2006 18:33

AW: Mit Mittlererreife Journalist werden
 
Ich will dich ja nicht entmutigen, aber ich denke ohne Abitur und Hochschulabschluss stehen deine Chancen eher schlecht. Unmöglich ist es vielleicht nicht, aber doch eher unwahrscheinlich. Sogar für fast alle Praktika werden ja meist nur Studenten genommen.
Auch wenn die Chance besteht auch ohne Abitur oder Studium auf eine Journalistenschule zu gehen: Selbst mit Studium kommt man ja kaum drauf. Da muss man schon wirklich richtig gut sein.
Da du ja, wie es sich für mich angehört hat, noch keine Erfahrungen im Journalismus hast, würde ich an deiner Stelle vielleicht mal bei deiner Lokalzeitung fragen, ob dort vielleicht nocht ein freier Mitarbeiter gebraucht wird und/oder du dort ein Praktikum machen kannst.

christine 25.08.2006 18:34

AW: Mit Mittlererreife Journalist werden
 
Das ist doch hier gar nicht der Punkt, Malina. Was writer_28 ihm taktvoll zu verklickern versuchte, war doch, dass es im Journalismus Berufseinsteiger derzeit sehr schwer haben, und er als Realschüler mit Hochschulabsolventen "konkurriert", die ihm nicht nur fünf oder mehr Lebensjahre (Felixx dürfte jetzt etwa 17 Jahre alt sein) voraus sind, sondern auch an Wissen.

(Ja, ich weiß, dass es auch unglaublich dumme Uni-Absolventen und schlaue Realschüler gibt, das brauchst Du mir jetzt nicht erklären. Aber was meinst Du wohl, wie die Personalverantwortlichen in den Medienunternehmen entscheiden, wenn sie Felixx' Bewerbungen vor sich liegen haben und eine von einem Diplom-Journalisten?)

Sabbrina 25.08.2006 19:51

AW: Mit Mittlererreife Journalist werden
 
vielleicht fängst du ja mal mit einer Lehre als Verlagskaufmann an,
das geht zumindest mal einigermaßen in die richtige Richtung. Und, wenn Du Dich dort gut bewährst, vielleicht ergibt sich ja mehr...

in diese Journalistenschulen kommt man SEHR schwer rein, da würde ich mir nicht allzu große Hoffnungen machen. Die haben sehr wenige Plätze etc.

writer_28 26.08.2006 17:11

AW: Mit Mittlererreife Journalist werden
 
@christine: Danke, du sprichst mir mit beiden Postings aus der Seele!!!

@Malina: Deine Interpretation meines Postings war ein bisschen am Thema vorbei...in meiner Aufzählung war der super Uni-Abschluss nur eins von vielen Elementen in Kombination, die veranschaulichen sollten gegen welche potentiellen Konkurrenten sich jemand ohne Abi, Uni, Praktika etc behaupten müsste....außerdem waren in meinen Ausführungen Aspiranten gemeint, die alle diese Punkte erfüllen und somit sehr gut qualifiziert sind...vielleicht könntest du ja in einem neuen Thread eine Diskussion über die Qualität von Uni-Abschlüssen anregen;))Scheint dir ja unter den Nägeln zu brennen.....

Malina 26.08.2006 21:16

AW: Mit Mittlererreife Journalist werden
 
Ja, genau, Du schreibst:

(Zitat) "in meiner Aufzählung war der super Uni-Abschluss nur eins von vielen Elementen in Kombination"

exakt. Und das wollte ich korrigieren.

Denn (da zitiere ich mich selber)

"Außerdem glaube ich, dass man nicht sagen kann, dass ein "super Uni-Abschluss" (Zitat writer 28 ) per se das Non-Plus-Ultra ist, um einen wie auch immer gearteten Job zu bekommen."

Denn du schreibst von DEM "super Uni-Abschluss" ohne genau zu spezifizieren, was genau "super" ist. Bei manchen Fächern ist dies super, bei manchen jenes. Es kann sein, dass ein Personalchef eine 1,7 bei dem einen Absolventen schlecht findet. Es kann aber auch sein, dass derselbe Personalchef eine 2,9 bei einem anderen Aspiranten aus einem anderen Fach perfekt findet.
Wir wissen doch alle, dass es Studiengänge gibt, bei denen die "1,x" von nur etwa 2% der Studenten erreicht wird. Bei anderen Studiengängen sieht das vielleicht anders aus?

Beste Grüße
Malina (die auch bereits Leute eingestellt hat, und für die "DER" super Uni-Abschluss per se nicht so wichtig ist)

Tooobi 26.08.2006 23:01

AW: Mit Mittlererreife Journalist werden
 
In diesem Fall wird, so wie ich das bisher mitbekommen hab, allerdings EHER ein Uni-Absolvent mit 3,3 zum Beispiel in Physik genommen als unser Realschüler. Das man auch ohne Abi oder Studium ein Volontariat bekommen kann, ganz klar keine Frage, hab ich selbst erlebt. Nur wenn ein Realschüler und ein Uni-Absolvent OHNE Journalismuskenntnisse sich bewerben, wird wohl eher der Uni-Kollege bevorzugt. Muss nicht sein, aber ist so in 95 % der Fälle.

writer_28 27.08.2006 16:30

AW: Mit Mittlererreife Journalist werden
 
......@malina:...lies dir mein Posting bitte nochmal genau durch und dann wirst du eventuell merken, dass ich nicht sage, dass nur ein Uni-Abschluss per se;) das Erfolgsrezept ist. Ich habe viele Dinge aufgezählt, die viele der Bewerber alle zusammen mitbringen........also die haben Abi gemacht, nebenher freie Mitarbeit, Praktika, nen super Uni-Abschluss (sorry, dass ich keinen Notenschlüssel für alle Studienfächer beigelegt habe, um klar zu definieren wann eine Note SUPER ist;))Das sollte in meiner offensichtlich übertriebenen Darstellung die Transferleistung jedes einzelnen Leser sein;))Übrigens meine ich mit den 10000 Praktika natürlich nicht per se 10000 Praktika, sondern versuche durch das Stilmittel der Übertreibung den Sachverhalt überspitzt darzustellen, um meinen Punkt zu verdeutlichen.........Leider scheint mir das wohl nicht so überaus erfolgreich gelungen zu sein, sonst würdest du wohl nicht seit zwei Postimgs per se darauf rumreiten......Die Kernaussage meines Postings war: Die Konkurrenz ist groß und es gibt per se viele sehr sehr gute Bewerber mit top Qualifikationen (ich definiere top an dieser Stelle nicht :)Ansonsten definiere ich in meinen nächsten Posting mal was eine Korinthe ist;))

:roll:

Malina 27.08.2006 23:36

AW: Mit Mittlererreife Journalist werden
 
Zitat:

Zitat von writer_28
......dass ich nicht sage, dass nur ein Uni-Abschluss per se;) das Erfolgsrezept ist. Ich habe viele Dinge aufgezählt, die viele der Bewerber alle zusammen mitbringen

genau darum geht es....du nennst einen "super Uni Abschluss" als eine von vielen Voraussetzungen. Und genau DAS sehe ich anders. Ich denke, ein Uni-Abschluss ist nicht einfach nur dazu da, eine wie auch immer geartete Bewerberanforderung zu erfüllen.

Weißt Du, was ich nicht verstehe, ist: Man liest mitunter Stellenausschreibungen, die wie folgt formuliert sind: "Bewerber sollte einen Uni-Abschluss und Erfahrungen im Bereich so und so haben"
Und daraus kann ich doch nur entnehmen, dass EIN Uni-Abschluss als Voraussetzung reichte, oder? Ein Abschluss? Also IRGENDein Abschluss? Oder wie?

Ein Stellenaspirant meinte mal auf die Frage, warum er gerade dieses Fach studiert hätte, zu mir: "Ach. Weiß nicht, ich wollte irgendwas studieren. Nen Studium macht sich ja immer gut." Diese Antwort lasse ich mal unkommentiert stehen.

Once again: Bei allen Leuten, die ich eingestellt habe, ist mir "der Uni-Abschluss per se" nicht so wichtig gewesen. Mich interessiert vielmehr, warum jemand gerade dieses Studienfach ausgewählt hat und inwieweit sein Studium zu unserer Stellenbeschreibung paßt.

Malina 28.08.2006 01:44

AW: Mit Mittlererreife Journalist werden
 
Ich danke Dir für Dein Posting.

Was bedeutet das "absprechen", das Du erwähnt hast? Heißt das, jemand sagt Dir: "Bald ist deine Abschlussprüfung. Guck Dir bitte dieses Thema an und das auch?" Heißt das, man schreibt (Hausarbeit/Klausur) bzw. spricht (mündliche Prüfung) dann inhaltlich über genau das Thema, was man zuvor mit dem Prüfer besprochen und mit ihm eingegrenzt hat? Soll ich das so verstehen?

Denkst Du, es gibt Studiengänge, bei denen die Themen nie vorher abgesprochen werden?
Wo der Aspirant alleInhalte des Studiums, seien es Fakten oder auch die Art (Denkweise etc), Schlussfolgerungen zu ziehen usw. können muss?
Wo der Korrektor nicht weiß - und auch gar nicht wissen darf - wessen Klausur/Hausarbeit er da gerade korrigiert?

Vorausgesetzt, es gibt/gäbe ein Studium, wo die Inhalte des kompletten Studiums ohne eine thematische Eingrenzung/Absprache in der Abschlussprüfung abgeprüft werden:

Gäbe es dann einen Grund, warum nicht jedes Studium genauso, nämlich ohne jede Absprache beendet werden sollte?

Andy02 28.08.2006 09:27

AW: Mit Mittlererreife Journalist werden
 
Mal endlich Klartext:

Eure Hochschuldiplomdiskussion nervt.

Fakt ist doch, dass ein Möchtegern-Journailst mit Uniabschluss auch keine Chance hat, auf einer Redaktion unterzukommen, wenn er Arbeitsproben für den Müllhaufen produziert. Ich denke, ein qualifizierter Prsonalentscheider wird sehr wohl unterscheiden, wenn er Texproben zu Gesicht bekommt und nicht nur auf den Schulabschluss bauen.

Enweder man hats im Blut oder nicht, gekonnt und virtuose Texte zu schreiben.


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