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Texte-Büro 16.02.2011 19:08

Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
Im Job-Forum haben wieder zwei Mitglieder geschrieben, wie schwer es im Journalismus ist. Gerade wegen der Dumping Angebote wie zum Beispiel 3 Cent je Wort. Ich wundere mich immer wieder, wie viele sich hier über die Freiberuflichkeit beschweren. Ich mache das nun seit vier Jahren und war seitdem durchgängig beschäftigt. Habe auch viele gute Auftraggeber, bin sehr breit aufgestellt. Ich hatte nie Grund, mich zu beschweren. Ich habe ein ordentliches Einkommen und der Arbeitsaufwand ist völlig im grünen Bereich. Mehr als 40 Stunden arbeite ich dafür selten, meist weniger.
Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ich der einzige bin, bei dem es so gut läuft. Zumal ich ein Quereinsteiger ohne Studium und Volo war. Daher die Frage: Geht es euch allen als Freiberufler wirklich so schlecht? Bin ich der einzige, bei dem es gut läuft? Ich schreibe das nicht, um irgendwie angeben zu wollen. Was hätte ich davon, ihr kennt mich schließlich eh nicht. Es ist wirklich eine ernst gemeinte Frage. Denn es stimmt einen schon verwundert, wenn man selber mit der Freiberuflichkeit total happy ist und alle anderen schreiben, wie schlimm das alles ist und dass sie davon kaum leben können.

synapse87 20.02.2011 23:32

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
Mich persönlich würde ja eher dein Erfolgsrezept interessieren ;) Beim Überfliegen deiner Web-Visitenkarte ist mir jedenfalls aufgefallen, dass viele deiner Angebote Leistungen sind, von denen ich mich später eigentlich (sofern nicht absolut notwendig) eher distanzieren will, z.B.: Produktbeschreibungen, Versicherungstexte, Finanztexte, Werbebriefe, Unternehmensdarstellungen...Mich interessiert daher, wieviel Prozent deiner Einnahmen auf tatsächlich journalistische Arbeit zurückzuführen ist?

Texte-Büro 21.02.2011 14:56

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
Die Internetseite ist veraltet. Ich habe schon lange geplant, diese überarbeiten zu lassen. Nur habe ich das bisher nicht gemacht, weil ich ohnehin nicht auf der Suche nach neuen Auftraggebern war. Die journalistische Arbeit macht mittlerweile 70 - 80 Prozent aus. Die sonstigen Textdienstleistungen sind praktisch nur eine Ergänzung, weil sie oft auch "schnelles Geld" bringen.

Freak 03.03.2011 03:19

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
Hallo Texte-Büro!

Deine Frage ist interessant: Möchte nämlich selbst gerne wissen, wie es die anderen Freelancer so handhaben und natürlich auch, was Dein „Erfolgsrezept“ ist. ;)

Bei mir, ebenfalls Quereinsteigerin, war es anfangs nicht leicht. Durch Zufall bin ich immer wieder beim Journalismus gelandet und dachte mir schließlich (so nach circa zehn Jahren), das Ganze richtig aufzuziehen. Dann musste ich feststellen, dass es doch nicht so einfach ist: viel dazulernen, arbeiten um arbeiten zu können, Büro und Equipment finanzieren. Was Letzteres angeht, bin ich immer noch dabei. Weil ständig was kaputt geht, bleiben Neuanschaffungen aus. Gerade ärgere ich mich darüber, dass mein Laptop nicht so schnell ist wie ich und öfters mal ein Buchstabe oder ein Leerzeichen fehlen. Muss in Word tippen, damit mein veraltetes Programm eventuell anzeigt wann was fehl. Außerdem steht das Katzenklo jetzt direkt vor dem Second Hand-Schlepptop, damit ich das bereits verschmort riechende Netzteil, das neulich provisorisch zusammengeschweißt wurde, im Ernstfall schnell löschen kann.

Was die Aufträge anbelangt, hast Du mich gerade auf falschem Fuß erwischt: Bin so was von abgenervt! :roll: Es gab Zeiten, da war ich echt happy, obwohl ein acht Stunden-Tag nie drin war. Nach 14 Stunden denk ich immer: „Hey, heut hast Du aber nichts gemacht.“ Und „Wochenende“, was ist das?

Die Jobs, die nichts mit Journalismus zu tun haben und schnell von der Hand gehen, kenne ich ebenfalls. Drei Cent wären mir wirklich zu arg, aber für cirka sechs Cent für fast nichts tun bin ich wirklich dankbar. Oftmals bringen diese Nebenjobs mehr als journalistische Aufträge. Und vor allem mehr als Babysitten, Regale einräumen oder Fehlböden aus Bruchbuden entfernen. Schließlich sitze ich in meinem schlecht beheizten Büro im Ghetto, darf ausschlafen, habe keine Kinder, Hunde, nervtötende Kollegen oder Chefs um mich, werde nicht blöd angemacht und kann essen und Kaffee trinken wann ich will, meistens zumindest. Aber das Entscheidende ist: Ich weiß, dass der ganze Stress nur für mich ist und nicht für Firma XY die mir am A**** vorbeigeht. Nicht, dass mich die mit den (fast) lukrativen Nebenjobs mehr tangieren, aber ich sehe sie halt als Mittel zum Zweck.
Oftmals und in letzter Zeit verstärkt durch die Mitarbeit bei zwei größeren Magazinen, musste ich leider feststellen: Je bekannter das Magazin, desto höher die Ansprüche und desto schlechter die Bezahlung. :sad: Inzwischen habe ich bei den Beiden die Mitarbeit gekündigt und in finanzieller Hinsicht bereue ich es im Nachhinein da mitgemacht zu haben. Schön, jetzt steht wieder mal mein „Noname“ in zwei „ganz wichtigen“ Print-Exemplaren, dafür hatte ich aber keine Feiertage, war fast drei Wochen am Stück wach und weiß noch nicht, wie ich meine Steuererklärung zahlen und was ich im März essen soll. Das wäre nicht passiert, hätte ich mich nur an die anspruchslosen Nebenjobs gehalten. Aber dabei kann man ja verblöden …

Eine Festanstellung möchte ich auf keinen Fall, das wäre nur noch schlimmer als jetzt: Da müsste ich die "Stressfaktoren" täglich auch noch life ertragen und mich mit ihnen auseinander setzen.


Daher bemühe ich mich noch um Aufträge bis ich meine eigenen Projekte endlich mal erfolgreich durchbringen kann. Hätte ich natürlich längst, vor Jahren (!), wäre ich ein Töchterchen reicher Eltern, die mir wohlgesinnt wenigstens eine Ausbildung finanziert hätten.
Aber denkt immer daran: Wir haben es gut. In der Nähe der Elfenbeinküste geboren, zur Kakaoernte gezwungen und spätestens mit Ende 20 im Jenseits hätten wir nicht einmal gewusst, was ein Studium oder Journalismus sind.

Bin gespannt, wie es bei Euch so läuft und welche Pläne Ihr habt! :-D

Texte-Büro 03.03.2011 16:36

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
Zitat:

Zitat von Freak (Beitrag 80425)
Inzwischen habe ich bei den Beiden die Mitarbeit gekündigt und in finanzieller Hinsicht bereue ich es im Nachhinein da mitgemacht zu haben. Schön, jetzt steht wieder mal mein „Noname“ in zwei „ganz wichtigen“ Print-Exemplaren, dafür hatte ich aber keine Feiertage, war fast drei Wochen am Stück wach und weiß noch nicht, wie ich meine Steuererklärung zahlen und was ich im März essen soll. Das wäre nicht passiert, hätte ich mich nur an die anspruchslosen Nebenjobs gehalten. Aber dabei kann man ja verblöden …

Ist das jetzt wörtlich gemeint? Du hast damit so wenig verdient, dass du kaum weißt, wie du den ganzen Monat das Essen bezahlen sollst? Also ganz ehrlich: Solche Jobs nehme ich von Anfang an nicht an. Abgesehen davon ist das auch nicht die Regel, dass bekannte Zeitschriften so schlecht bezahlen. Aber vielleicht ist es auch das Problem, dass manche einfach zu langsam schreiben. Man kann nicht immer einen ganzen Tag damit verbringen, einen Artikel zu schreiben. Ich plane je Woche fünf Arbeitstage mit je 8 Stunden. So weiß ich doch, was ich je Tag verdienen muss. Dann muss ich entweder entsprechend schnell arbeiten oder ich brauche besser zahlende Kunden. Das hat wenig mit einem Erfolgsrezept zu tun. Das ist ein gewöhnliches wirtschaftliches Denken.

Schweinswal 03.03.2011 21:33

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
@Texte-Büro
Klingt ja alles sehr paradiesisch, aber auch nebulös. Irgendwie geht es mir meist so, wenn ich solche Erfolgsgeschichten lese. Ich frage mich: wie machen die das nur?
Worin bestehen denn die 70-80 % journalistischen Arbeiten. Sind das Radio- oder Fernsehbeiträge oder streng genommen doch PR-Texte? Und wie kommen Sie an Ihre Auftraggeber?
Normalerweise läuft es ja wohl so, dass man, um einen Text an den Mann zu bringen, erstmal Dutzende von Redakteuren am Telefon belästigen muss und dabei bloß nicht über Geld reden. Am Ende hat man dann mal wieder einen Stundenlohn von zwei Euro. Und wenn man das lange genug praktiziert hat, bekommt man auch schon mal Aufträge, die dann - da die Akquise wegfällt - vielleicht sogar fünf Euro/h einbringen.
Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass ich nicht freiwillig "Freier" geworden bin. Dieses "bitte bitte, darf ich umsonst für euch arbeiten" liegt mir einfach nicht. Nun muss ich aber meine jugendliche Naivität ausbaden. Dachte ich doch, mit Studium, Journalistik-Aufbaustudium, fünf Praktika (Zeitungen, Online, Nachrichtenagenturen) und etlichen Jahren Berufserfahrung als "freier Mitarbeiter" (direkt vor Ort in der Redaktion) bei einer Zeitung würde ich sicher irgendwann ein Volontariat ergattern. Pustekuchen. Irgendwann ist man dann "zu alt" für ein Volo, aber natürlich auch für einen Branchenwechsel und dann macht man solange weiter, bis man nicht mehr kann.
Bei mir war es vor ca. zwei Jahren so weit. Ich stellte erste Verblödungserscheinungen bei mir fest. Z.B. merkte ich manchmal gar nicht mehr, wie bescheuert es ist, 100 Zeilen über eine Bürgerversammlung abzusülzen, bei der irgendwelche verbiesterten Rentner über die gewünschte Art der Verkehrsberuhigung in ihrer popeligen Straße debattieren - die so schmal ist, dass da ohnehin nur Profis schneller als 30 fahren können ...
Ich habe dann die Reißleine gezogen. Und jetzt arbeite ich deutlich unter Hartz-IV-Niveau, indem ich irgendwelche PR-Texte zusammenschreibe. Die Infos suche ich mir Internet zusammen. Den gleichen Job machten auch irgendwelche Studis ohne jegliche Qualifikationen, außer ein paar Probetexten. Zum Dank für meine tolle, zuverlässige Arbeit darf ich als einer von wenigen Freien weiter für einen Appel und ein Ei meine Texte zusammenpinnen. Wobei ich mich auch noch selbst ausbeute, da ich meine Qualitätsansprüche nicht weit genug herunterfahren kann, um einen halbwegs passablen Stundenlohn zu erreichen.
Ich habe endlos überlegt, ob es noch irgendwelche Alternativen für mich gibt. Doch da meine Ersparnisse so langsam weg sind, muss ich wohl doch bald zur Arge gehen und mich den üblichen Erniedrigungen aussetzen. "Journalismus" - für mich war es ein großes Missverständnis.

Texte-Büro 03.03.2011 21:59

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
@Schweinestall

Also Sorry, dann machst du aber auch wirklich etwas falsch. Erst einmal muss man nicht sämtliche Redaktionen anfragen, um einen Text zu verkaufen. Sowas habe ich mein Leben noch nicht gemacht. Ich arbeite für ungefähr 8 verschiedene Redaktionen. Und zwar regelmäßig. Etwa einmal im Monat spreche ich mit denen ab, was im folgenden Monat auf dem Plan steht. Manchmal bringe ich Vorschläge, manchmal bringen die Vorschläge. Für eine Redaktion schreibe ich zum Beispiel durchschnittlich 2 Texte im Monat und weiß, dass das ungefähr 600 Euro bringt. Für eine andere Redaktion berichte ich an jedem Wochenende von einem Fußballspiel, für eine andere mache ich je Monat fünf bis zehn kleine Reportagen. Ich habe eben meinen festen Stamm an Auftraggebern. Und wenn mal einer wegbricht, dann suche ich eben nach Ersatz. Aber das ist selten. Ich habe zum Beispiel im Herbst mich bei vier Sportredaktionen beworben und mit zwei davon arbeite ich seitdem auch regelmäßig zusammen.
Ich habe kein Studium, kein Volo, ich habe mich einfach in den Beruf geschmissen und lebe nun seit einigen Jahren davon. Und es handelt es sich den 70 bis 80 Prozent übrigens um Printmedien. Die meisten Auftraggeber habe ich angeworben, indem ich mich einfach beworben habe und gelgentlich unaufgefordert Themenvorschläge übersandt habe.

Es mag arrogant klingen, auch wenn das nicht meine Absicht ist, aber ich weiß wirklich nicht, warum sich viele so schwer tun. Aber gut, vielleicht ist man für den Beruf dann nicht geschaffen und sollte lieber etwas anderes machen.

Schweinswal 03.03.2011 22:12

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
@Texte-Büro
Dass ich etwas falsch mache, habe ich mir auch schon gedacht ...
Was ich nicht verstehe: Wenn Sie bei der einen Redaktion für 2 Texte 600 Euro bekommen, warum schreiben Sie dann am Wochenende für irgendwelche Lokalredaktionen für ein paar Cent über Fußballspiele? Die Bundesliga wird es ja wohl nicht sein, denn dafür gibt es ja normalerweise dpa und sid und, wenn es ein Heimspiel ist, einen Sportredakteur.
Außerdem würde mich Ihr Spezialgebiet interessieren, falls Sie das verraten wollen. Generell Sport?
Ich würde ja tippen, dass man als Spezialist für bestimmte Randsportarten noch am ehesten etwas reißen kann. Denn da berichten die Agenturen oft wenig drüber und es gibt oft auch keinen eigenen Redakteur, der sich mit so was auskennt.
Gut sind die Chancen natürlich auch als Technikjournalist oder Spezialist für Golf, Kücheneinrichtung, die Automobilzuliefererindustrie und ähnliche entlegenen Spezialgebiete.
Können Sie mir vielleicht noch verraten, was Sie unter "Bewerbung" verstehen. Ich meine, einfach mal so irgendeine Zeitung anschreiben und denen erzählen, man könnte über diese und jene Themengebiete schreiben, funktioniert doch nicht. Interessiert doch kein Schwein. Die Bewerber stehen doch Schlange. Schicken Sie denn nicht erst ein paar Mal konkrete Themenvorschläge oder gleich komplette Artikel, bevor Sie weitere Aufträge bekommen?

Freak 03.03.2011 22:23

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
Zitat:

Zitat von Texte-Büro (Beitrag 80432)
Ist das jetzt wörtlich gemeint? Du hast damit so wenig verdient, dass du kaum weißt, wie du den ganzen Monat das Essen bezahlen sollst? Also ganz ehrlich: Solche Jobs nehme ich von Anfang an nicht an. Abgesehen davon ist das auch nicht die Regel, dass bekannte Zeitschriften so schlecht bezahlen. Aber vielleicht ist es auch das Problem, dass manche einfach zu langsam schreiben. Man kann nicht immer einen ganzen Tag damit verbringen, einen Artikel zu schreiben. Ich plane je Woche fünf Arbeitstage mit je 8 Stunden. So weiß ich doch, was ich je Tag verdienen muss. Dann muss ich entweder entsprechend schnell arbeiten oder ich brauche besser zahlende Kunden. Das hat wenig mit einem Erfolgsrezept zu tun. Das ist ein gewöhnliches wirtschaftliches Denken.

So etwas werde ich auch nicht mehr annehmen. Es war nur so spannend: Bei der einen Zeitschrift haben die mich unter vielen gewählt und die Aufgabe war auch interessant. Endlich mal wieder ein komplett neues Thema selbst recherchieren, mit zig Leuten kommunizieren etc. Der Wortpreis lag schon höher als bei beispielsweise einfachem Webcontent, aber das ist trotzendem nicht hingekommen. Nicht das schnelle oder langsame Schreiben hat zu dem Verdienstausfall geführt, sondern der ganze Aufwand drum herum: Telefonate, Fahrten, Interviews, Daten recherchieren, zusammentragen, auswerten, Grafiken, Skizzen, Bilder etc. Zum Schluss hin habe ich mich mit den Zuständigen nur noch angestresst, da sie immer mehr gefordert haben, ohne mit dem Preis mitzugehen. Da konnte ich aber nicht mehr aussteigen: Was hätten denn die ganzen Interviewpartner und alle, die mir bei der Datenrecherche behilflich waren, von mir gedacht. Die Leute hätten mich doch für bekloppt gehalten. Bei der anderen Zeitschrift war es nicht minder spannend, aber der Aufwand und das ganze Drumherum, vor allem die Kommunikation: eine Katastrophe …
Dadurch blieb dann kaum Zeit für die einfachen Sachen, bzw. die sogenannten Nebenjobs. Hinzu kommt, dass ich in diesem Monat meine Steuererklärung, die Buchhaltung und die Domain zahlen muss, plus ein paar unvorhergesehene Reparaturen (eigentlich sollte ich auch das schmorende Netzteil ersetzen), ein nerviger Mietrechtsstreit und paar private Ausgaben. Ende des Monats fahr ich auch noch zwei Wochen weg, um meine Vorhaben voranzutreiben. Nur verdienen werde ich in der Zeit erst mal nichts. Hätte ich mich nur an die Nebenjobs gehalten, wäre all das drin gewesen.

Aber es freut mich zu hören, dass die schlechte Bezahlung bei größeren Magazinen nicht der Regelfall ist. Vielleicht bringt die Sache wenigstens in punkto Referenz etwas!?

Bin abgesehen von dem Forums-Eintrag auch noch am arbeiten. Wie schaffst Du es mit so wenig Arbeitszeit zu einem vernünftigen Gewinn? Und wie findest Du immer genügend gut zahlende Kunden? Hast Du nicht mal zwischendurch Leerläufe und musst das im Nachhinein wieder reinkriegen?


Schweinswal, das klingt ja entsetzlich! :cry:
Da mir die Aufträge langsam zum Hals raus hängen, will ich was Eigenes aufziehen, um von niemandem mehr abhängig zu sein. Wäre das nicht auch was für Sie?

Texte-Büro 03.03.2011 22:27

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
Tja, warum berichte ich am Wochenende für ein paar Euro über Fußballspiele? Ganz einfach: Weil es mir Spaß macht. Manche Aufträge mache ich wegen dem Geld, manche eben aus Spaß. Natürlich muss sich das letztendlich ausgleichen. Ich berichte nicht nur über Randsportarten, aber es stimmt natürlich, dass in diesem Bereich etwas weniger Mitbewerber vorhanden sind.

Meine Spezialgebiete sind Sport und berufliche Themen.

Und ehrlich gesagt bewerbe ich mich tatsächlich auf den ganz gewöhnlichen Wege. Eine Mail schreiben, telefonisch nachfragen, Themenideen übersenden etc. Gut, das klappt nicht immer. Es war schon ein großes Glück, dass ich bei den vier Bewerbungen im Herbst gleich zweimal Erfolg hatte. Aber hätte ich keinen Erfolg gehabt, hätte ich es eben noch zehn weitere male versuche. Und bis ich Erfolg gehabt hätte, hätte ich eben versucht, für die übrigen Redaktionen etwas mehr zu machen, um das auszugeleichen.
Und natürlich schicke ich nur konkrete Themenvorschläge. Es wäre totaler Quatsch, viel Zeit in einen Artikel zu investieren, den letztendlich vielleicht keiner haben möchte.

Abgesehen davon halte ich es für nicht sonderlich klug, die Reißleine zu ziehen, weil man nicht mehr über Bürgerversammlungen schreiben möchte. Ich habe auch schon über wirklich langweilige Themen geschrieben. Na und? Das gehört dazu. Ein Anwalt hat ja auch nicht nur spektakuläre Mordfälle sondern vielleicht auch gelegentlich nur einen langweiligen Nachbarschaftsstreit. Das gehört eben dazu. Ich habe das Gefühl, manche Journalisten scheitern an den eigenen Ansprüchen. Hier wird zum Beispiel gemeckert, dass man nicht für 5 Cent je Wort schreiben sollte. Diese Meinung akzeptiere ich, wenn man ansonsten bessere Aufträge hat. Hat man diese aber nicht, sollte man nicht hier im Forum (nicht böse gemeint) über die schwere Marktsituation rumheulen sondern eben lieber für 5 Cent je Wort schreiben. Und dann wird am Ende des Monats tatsächlich auch etwas mehr Geld auf dem Konto landen, als wenn man das nicht tut.

Wenn ich überhaupt ein Erfolgsrezept habe, dann vielleicht, dass ich mir nicht zu schade bin, zwischen den gut bezahlten Aufträgen auch mal für 5 Cent je Wort zu texten. Und dass ich nicht nur Interviews mit Michael Schumacher und Michael Ballack machen möchte, sondern auch mit ganz unbekannten Leuten. Die aufregenden Sachen ergeben sich dann von ganz alleine mal. Ich berichte beim Fußball zum Beispiel nur über die Oberliga, habe aber auch schon Interviews etc. beim HSV oder St. Pauli gemacht. Aber das ist eben nicht die Regel.....noch nicht^^

Freak 03.03.2011 23:01

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
Das mach ich genauso: Auf die Idee Texte vorzuschreiben und mich auf gut Glück bei irgendwelchen Redaktionen zu bewerben, die nicht einmal jemanden suchen, käme ich ebenfalls nicht. Ich bewerbe mich auf tatsächliche Stellenanzeigen aus verschiedenen Jobforen, unter anderem diesem hier. Nur bei den fünf Cent-Angeboten will ich erst mal wissen, was dafür gefordert wird. Dafür recherchier ich nichts, höchstens schreib ich vorhandene Texte um. Bei Begriffserklärungen für Lexika sollte es, abhängig vom Thema, schon etwas mehr sein, so auch bei Webcontent.

In diesem Forum habe ich meinen bislang besten Auftraggeber gefunden. Da darf ich machen, was ich will und er meldet sich nur, wenn es wirklich etwas zu sagen gibt. Das heißt: Diese ganze sinnlose Kommunikation fällt weg, er wollte sich noch kein einziges Mal aussprechen (von wegen: „Ich hatte eine Grippe …“, „Meine Beziehung ist nach acht Jahren beendet …“, „Mein Sohn ist in ihrem Alter und hat … studiert und …“, „Der Keilreimen ist gerissen …“ usw. Alles schon erlebt und überlegt ein Seelsorgetelefon einzurichten.). Dazu hat er noch nichts verbummelt, antwortet schnell, wenn es was zu klären gibt, zahlt korrekt und auch noch pünktlich. Leider verdiene ich dort nur 300 - 400 Euro, da er nicht mehr Texte braucht. Noch drei bis fünf solcher Kunden und ich wäre wieder zufrieden und hätte sogar Freizeit.

Texte-Büro 03.03.2011 23:10

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
Und warum hast du momentan keine Freizeit? Bist du sieben Tage die Woche damit beschäftigst, kleine Texte zu schreiben? Also nur mal rein theoreitisch: Würdest du sieben Tage die Woche jeweils 8 Stunden Texte für 5 Cent je Wort schreiben, und dabei einigermaßen zügig sein, hättest du ein ziemlich hohes Einkommen. Aber da du ja sagst, dass du das nicht hast, stelle ich mir die Frage: Was machst du die ganzen Tage, sodass du kaum Freizeit hast???

Schweinswal 03.03.2011 23:31

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
@Texte-Büro
O.k., klingt alles ganz vernünftig. In einem Punkt haben wir offenbar aneinander vorbeigeredet bzw. -geschrieben: Es ging nicht darum, dass ich zu viel über banale Themen geschrieben habe, sondern fast ausschließlich. Und wenn ich mal ein wirklich interessantes Thema ausgegraben hatte, hieß es entweder, "das verstehen unsere Leser nicht", "danke für die Vorarbeit, das macht dann die Wirtschaft" oder "das ist uns zu heikel".
Im letztgenannten Falle habe ich tatsächlich einmal einen schon fertigen Artikel an einen anderen Auftraggeber (Zeitschrift) verkauft und damit auch etliche Nachfolgeaufträge (allerdings mies bezahlt) generiert.
Ich weiß nicht, ob Sie die typischen Abläufe in so einer Lokalredaktion kennen. Wenn es einmal nicht gar so banal ist, dann berichtet der Redaktionsleiter, obwohl der Praktikant das auch hinkriegen würde. Und wenn einmal etwas wirklich Aufsehenerregendes passiert - eine Mordserie z.B. - dann berichtet ein Redakteur aus der Hauptredaktion.
Was man kann, spielt überhaupt keine Rolle. Und wenn man so einen Job jahrelang macht, d.h. ständig unterfordert ist, alle Bemühungen, voranzukommen und wenigstens ab und an mal was Vernünftiges zu schreiben, abgeblockt werden, dann ist es wohl besser, aufzuhören. Zumal man irgendwann anfängt, sich selbst für doof zu halten, wenn man fortwährend für dumm verkauft wird.
Außerdem ist es mein Anspruch an Journalismus, die Leser zumindest nicht mutwillig zu belügen. Um nur ein Beispiel zu nennen: ein paar Unternehmen vor Ort - von denen eines sich sowieso wegen jedem Furz an die Zeitung wendet - starten eine "Ausbildungsoffensive" und bilden jeweils ein, zwei Lehrlinge aus. Die Chefin des genannten Ladens erzählt mir unter der Hand, dass sie ohnehin Lehrlinge eingestellt hätte, weil sie die nämlich braucht. Das zu verschweigen und kostenlose Werbung für diese Heuchler zu machen, finde ich nicht o.k. Aber natürlich musste der Artikel geschrieben und - wie immer - die "negative" Info verschwiegen werden.

Texte-Büro 03.03.2011 23:40

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
@Schweinestall
Vielleicht ist eine Lokalredaktion auch nicht immer der beste Auftraggeber. Natürlich habe auch ich schon die Erfahrung gemacht, dass sich die Chefredakteure die besten Themen schnappen. Allerdings ist das meiner Erfahrung nach auch nicht immer so. Aber wenn einem der Beruf nicht gefällt oder es einfach nicht passt, sollte man sich eben etwas anderes suchen. Ich habe schon oft erzählt, dass ich zuvor in einem anderen Beruf war und mich als Schauspieler versuchte. Aber es klappte einfach nicht richtig. Manche gingen zu drei Castings und bekamen mindestens eine Rolle, ich ging zu 20 Castings und bekam keine einzige Rolle. Der Beruf war einfach nicht für micht bestimmt. Im Journalismus lief es vom ersten Tage an fantastisch. Vielleicht ist es bei Dir eben andersherum und bei dir läuft es in einem anderen Beruf super. Manchmal ist es komisch, warum man in einem Beruf keinen Fuß in die Tür bekommt und in einem anderen Beruf öffnen sich die Türen von ganz alleine.

Schweinswal 04.03.2011 00:17

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
@Texte-Büro
Da mag was dran sein. Wenn ich mir einreden könnte, ich sei zu blöd für diesen Job, wäre es einfacher. Obwohl ich für einen anderen Job, egal welchen, natürlich längst zu alt bin (40). Das war aber auch schon der Fall, als ich zu alt für ein Volo war. Weshalb ich anschließend nur noch das Nötigste gemacht habe und mich für die hirnlose Arbeit täglich vor mir selbst geekelt habe. Das zumindest bleibt mir in meinem jetzigen Job erspart: Schönfärben muss ich immer noch, aber wenigstens nicht mehr lügen.

Nun ist es nicht so, dass ich ständig zu hören bekommen würde, meine Texte wären scheiße. Als ich z.B. bei dem Käseblatt gerade ein paar Wochen dabei war, fragte mich der Redaktionsleiter gleich, ob ich mich nicht um ein Volo bewerben wolle. Leider wusste er nicht, dass Bewerbungen, auch von eigenen "Freien", bei dieser Zeitung grundsätzlich ignoriert werden und man stattdessen auf eine Einladung "von ganz oben" warten muss. Ich erfuhr dass dann, als ich nachfragte, warum ich nicht zumindest eine Absage bekommen hatte. Und wie gesagt, dann war ich zu alt (> 30), weil die Wartefrist für ein Volontariat auf ca. 5 Jahre erhöht worden war.
Ich habe dann noch nebenher zwei andere Jobs weit jenseits des Journalismus gestartet: einmal freiberuflich, einmal selbständig, war aber nix. Was z.T. wohl an meiner inzwischen mehr und mehr verfestigten Erkenntnis lag, dass Einsatz im Berufsleben genauso wenig lohnt wie irgendwelche Qualifikationen. Umso mehr in völlig überlaufenen Berufsfeldern, in denen sowieso fast alle überqualifiziert sind. O.k., eine Journalistenschule absolviert zu haben, bringt sicher noch etwas, aber alles andere kann man in der Tüte rauchen.
Vielleicht probiere ich es doch noch mal, ein paar neue Auftraggeber an Land zu ziehen und Textvorschläge zu verschicken. Irgendwie stehe ich mir dabei auch selbst im Weg. Oft denke ich, es ist doch eh über alles schon einmal geschrieben worden - auch wenn das natürlich nicht stimmt.

Schweinswal 04.03.2011 00:20

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
P.S.
Um es auf den Punkt zu bringen: Nach meiner eigenen Einschätzung bin ich nicht zu blöd für den Job an sich, nur zu blöd zum Akquirieren. Ich bin nicht gerne Bittsteller und kann mich nicht gut verkaufen.

Texte-Büro 04.03.2011 00:45

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
Die Gewinnung neuer Auftraggeber ist natürlich ein wichtiger Teil der Arbeit bzw. es ist die Grundvoraussetzung. Das muss man sonst eben per Seminare etc. lernen

Schweinswal 04.03.2011 00:58

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
Klar, so ist das. Habe erst vor kurzem ein Seminar zu diesem Thema besucht. War allerdings nicht sooo ergiebig. Es gab mehr Tipps, wie man schon vorhandene Kunden bei der Stange hält. Aber gut, der Weg zu neuen Auftraggebern ist eh recht individuell, von den jeweiligen Interessensgebieten und Schwerpunkten abhängig.
Nur war es bei mir als "fester Freier" eben so, dass ich nicht unbedingt selbst Themenvorschläge machen musste. Es gab ja täglich genügend Aufträge. Bei einer Zeitschrift, für die ich daneben öfters gearbeitet habe, habe ich hin und wieder mal eigene Vorschläge gemacht, was meist auch geklappt hat. Wie es gehen könnte mit der Themensuche, weiß ich ja im Prinzip. Ich müsste mich nur mal aufraffen und die Suche danach nicht als vergeudete Zeit, sondern notwendigen Bestandteil der Arbeit, betrachten.
Was mich entmutigt sind dann wieder solche Aussagen wie bei dem genannten Seminar, dass die Arbeit für Zeitungen sich generell nicht auszahle. Was ja auch stimmt, auf jeden Fall wenn man keine wirklichen Schwerpunkte hat und sich ständig in neue Themengebiete einarbeiten muss.

Texte-Büro 04.03.2011 01:07

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
Also lief es nicht immer so schlecht bei dir, wenn du früher als fester freier immer genügend Aufträge hattest.

Schweinswal 04.03.2011 01:14

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
Genügend Aufträge, ja. Nur eben, wie gesagt, ohne Entwicklungsmöglichkeiten und das Honorar blieb über viele Jahre gleich. D.h. real wurde es immer weniger.

Freak 04.03.2011 01:14

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
Zitat:

Zitat von Texte-Büro (Beitrag 80448)
Und warum hast du momentan keine Freizeit? Bist du sieben Tage die Woche damit beschäftigst, kleine Texte zu schreiben? Also nur mal rein theoreitisch: Würdest du sieben Tage die Woche jeweils 8 Stunden Texte für 5 Cent je Wort schreiben, und dabei einigermaßen zügig sein, hättest du ein ziemlich hohes Einkommen. Aber da du ja sagst, dass du das nicht hast, stelle ich mir die Frage: Was machst du die ganzen Tage, sodass du kaum Freizeit hast???

Ne, ich schreib nicht nur die Billigtexte, weil mich das frustriert. Außerdem habe ich zurzeit verhältnismäßig hohe Ausgaben: Ich zahle meine Ausbildungskredite zurück (außerplanmäßig, um Zinsen zu sparen und sie schneller los zu sein), muss Geräte neu kaufen oder reparieren lassen und stecke den Rest in meine Projekte. Dazu kommt, dass ich meinen Mann unterstütze, der nicht arbeiten kann.

Manchmal frage ich mich auch, wo die Zeit bleibt. Heute beispielsweise: Endlich mal das Aschenbrödelspiel mit den derzeit 52 Mails (Wer kostenfreie Werbung oder sich aussprechen will: löschen, wer eventuell Aufträge hat: zurückmailen und nachfragen nach Vergütung, Vorgehensweise usw. Fragen der Auftraggeber und Interviewpartner zu früheren Aufträgen beantworten etc.), drei Nachfragen wegen Jobangeboten und eine ausführliche Bewerbung mit Vita, Referenzen etc. Dann Mails an frühere Auftraggeber: Wie geht was weiter? Bin im März zwei Wochen weg aber auf Handy erreichbar. Spontan zwei Antworten gekriegt: Gleich mal die Daten der potentiellen PR-Kunden ausfindig gemacht und eine Rundmail mit dem neuesten Plan rausgeschickt. Bei dem einen hat sich der Plan zwei Minuten darauf geändert. Es ging hin und her, dann den zweiten Plan rausgeschickt. Die Antworten sehe ich mir morgen an. Während der Telefonsession 1 von einem Nachbarn unterbrochen, der kein Deutsch spricht, damit ich für ihn einen Krankenwagen rufe. Dort übersetzt bis er ins Krankenhaus gefahren wurde (Das ist aber nichts Reguläres, hoffentlich …). Dann ein Treffen mit einem Neukunden verabredet für die Zeit, in der ich vor Ort bin: Drei Mails und ein Telefonat. Alle Termine eingetragen. Eine Nachricht über ein Treffen gekriegt: Den Ablauf check ich nicht aber egal. Zugverbindung zur Programmiererin ausgedruckt und Wegbeschreibung zum Neukunden. Telefonsession 2. Nachfragen was aus meinen Mahnbescheiden geworden ist. Private Mails wegen Mietrechtsstreit, dann eine Stunde beim Mieterverein verbracht, um mir anzuhören, was ich schon weiß. Kurz vor Kreislaufkollaps Suppe gekocht und im Büro gegessen, währenddessen die neuesten Mais abgerufen. Nachher Bankgeschäfte und gleich noch Kassenbuch und Haushaltsbuch ergänzt. 21 Uhr, schnell noch einkaufen und dann endlich (!) Billigtexte.
Beim Tippen dieses Beitrags unterbrochen, da unser cholerischer Nachbar wieder voll in Form war. Polizei gerufen, die waren da und jetzt ist Ruhe. Vielleicht haben sie ihn mitgenommen (?). Jetzt stelle ich den Beitrag rein und kann hoffentlich ohne weitere Vorkommnisse noch drei anspruchlose Texte fertig stellen.

Freak 04.03.2011 01:37

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
Hallo Schweinswal,

einfach mal trauen mit den Bewerbungen! Schlimmer als sie ignorieren oder absagen können die Leute auch nicht.
Du kannst ja erkennen, was anspruchsvolle Jobs sind und was etwas für nebenher sein könnte. Fertige jeweils zwei Vorlagen an und im Anschluss musst Du nur die Anrede und eventuelle was am Inhalt (je nach Thema etc.) ändern. Melde Dich bei diversen Jobforen an und lass Dich benachrichtigen. Wenn was reinkommt, das passen könnte, schickst Du einfach Variante A oder B raus. Du hast nichts zu verlieren. Stelle in der Bewerbung für die anspruchsvolleren Aufträge Deine Kenntnisse bestmöglich raus und vermeide Lücken in der Vita.
Ansonsten würde ich an Deiner Stelle überlegen, was ich im Leben wirklich erreichen will, was mir Spaß macht und das gewünschte Einkommen bringen könnte. Wenn Du das weißt, kannst Du gezielt darauf hinarbeiten, zur Not mit schlechten Texten.

Reporterin 04.03.2011 10:59

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
Das ist doch ganz einfach. Keine ernstliche Recherche, keinen Interviewpartner und dann schaffe ich einen Artikel in 4-5 Stunden.
Liefere ich aber suabere journalistische Qualität ab: Recherche, Interview, zweiter Interviewpartner, Überprüfung der Fakten auf ihre Stichhaltigkeit und Glaubwürdigkeit, Aufstellung der Argumente und Gegenargumente, brauche ich für einen solchen Artikel 3-6 Tage........ Je nach Thema.

Texte-Büro 04.03.2011 11:12

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
@Reporterin
Aber leider zahlen nicht viele Redaktionen genug, dass man fünf oder sechs Tage an einem Artikel arbeiten kann

Reporterin 04.03.2011 11:19

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
Deswegen haben wir ja eben nicht genug Geld......
Und deshalb bist du erfolgreicher, weil es dir vielleicht letztlich egal ist, was du schreibst.

Texte-Büro 04.03.2011 12:37

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
@Reporterin
Nee, ist es mir nicht. Ich schreibe für genügend Redaktionen, die einen sehr hohen Anspruch haben. Das Geheimnis ist vielleicht, dass ich einfach nicht so lahm bin wie ihr und ich ganz genau weiß, wie ich zum Beispiel eine spannende Reportage aufziehen muss!!! Aber deine Aussage ist wieder so typisch für die "Rumheul Mentalität" in diesem Forum. Wenn es jemandem besser geht, dann kann daran etwas nicht stimmen. Vielleicht solltet ihr einfach mal sehen, was ihr falsch macht, und dann daran etwas ändern! Und ganz ehrlich: Für einen Artikel ohne große Recherche und ohne Interview brauche ich sicherlich keine 4 oder 5 Stunden. Wenn man ein bißchen Talent für das Schreiben hat, geht einem das auch deutlich schneller von der Hand. Und wenn man das Talent nicht hat, dann wäre man in einem anderen Beruf besser aufgehoben.

Reporterin 04.03.2011 12:47

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
Zitat:

Zitat von Texte-Büro (Beitrag 80334)
Zumal ich ein Quereinsteiger ohne Studium und Volo war.
Ich schreibe das nicht, um irgendwie angeben zu wollen. Und ganz ehrlich: Für einen Artikel ohne große Recherche und ohne Interview brauche ich sicherlich keine 4 oder 5 Stunden. Wenn man ein bißchen Talent für das Schreiben hat, geht einem das auch deutlich schneller von der Hand. Und wenn man das Talent nicht hat, dann wäre man in einem anderen Beruf besser aufgehoben.

Du hast diesen Thread eröffnet.
Es gibt kein Thema ohne Recherche und wenn du den Job gelernt hättest, wüßtest du das.

Texte-Büro 04.03.2011 12:56

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
Du hast gesagt, für einen Text ohne große Recherche und ohne Interviewpartner bräuchtest du vier bis fünf Stunden. Und darauf habe ich mich bezogen. Ich habe den Beruf gelernt und ich weiß, dass Recherche zum Beruf gehört. Nur brauche ich dafür vielleicht nicht ganz so lange wie manch andere, und vielleicht kann ich meine Gedanken für einen Artikel auch schneller sortieren, weshalb ich etwas schneller bin als du vielleicht

Reporterin 04.03.2011 13:05

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
Naja, jetzt bist ja wenigstens du da. Dann können die armen Redaktionen, die von uns bisher nur Schrott bekommen haben, sich an dich wenden, um hochqualifizierte Artikel zu erhalten.
Gott sei Dank - wenigstens einer, der gute Ware abliefert. So ist die deutsche Journalistenehre wenigstens gerettet.

Texte-Büro 04.03.2011 13:08

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
Die Journalistenehre ist tatsächlich gerettet: Weil es dank mir auch noch ein paar Journalisten gibt, die nicht den halben Tag damit verbringen, wegen der angeblich so schlechten Marktsituation rumzuheulen

Schweinswal 04.03.2011 14:14

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
Klar, es gibt auch Texte, die man problemlos in einer Stunde runterschreibt. Bei meinem Job als fester Freier war das eher die Regel. Bei wirklich freien Aufträgen habe ich i.d.R. wesentlich länger gebraucht. Hing auch damit zusammen, dass das bei mir die Ausnahme war, ein kleines Zubrot, wo ich dann auf meinen Stundenlohn nicht groß geachtet habe. Quasi aus Dankbarkeit, mal nicht über ein völlig belangloses Thema schreiben zu dürfen. Auf der anderen Seite waren bei den Auftraggebern (Monatsmagazine) aber auch die Ansprüche höher.
Im Grunde liegt doch der Zwang, schludrige Arbeit abzuliefern, in fast allen Branchen im Trend. Macht man dann schnell, schnell und man leistet sich einen Schnitzer, ist das Gemecker groß. Dazu kommt für Freiberufler das Problem, sich zur Oberflächlichkeit zu zwingen, wenn kein Chef hinter einem steht, der einem sagt, bis dann und dann muss der Auftrag fertig sein. Bei kurzfristigen Aufträgen, z.B. für Tageszeitungen, mag das noch angehen. Die Gefahr der Selbstausbeutung ist jedenfalls bei freien Journalisten sehr groß. Das gegenseitige Unterbieten kommt noch dazu. Wahrscheinlich gibt es einfach zu viele Idealisten in diesem Job ...

Shanti 05.03.2011 06:37

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
@ Texte-Buero: Die fuenf bis zehn REPORTAGEN, die du im Monat zusaetzlich zu den ganzen anderen Kram noch schreibst, wuerde ich ja zu gerne lesen. Reportagen sind schliesslich die Koenigsdisziplin des Journalismus und brauchen, egal welches Thema man sich da raussucht, mindestens ein bis zwei Tage der Recherche vor Ort und selbst Blitzschreiber brauchen dann nochmal mindestens einen Tag, um sie zu Papier zu bringen.

SISCH 05.03.2011 11:44

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
@Texte-Büro: Du hast eingangs geschrieben, Du seist Quereinsteiger ohne Studium und ohne Volo. Nun schreibst Du, Du hättest diesen Beruf gelernt. Darf ich fragen, wie und wo? Die Frage ist nicht böse gemeint, könnte aber vielleicht ein wenig Aufschluss geben. Und: Aufschlussreich wären auch Deine zahlreichen Reportagen und anderen journalistischen Texte. Die sind ja auf Deiner Webseite nicht zu finden, was mich ehrlich gesagt sehr wundert. Denn selbst wenn es aufgrund der guten Auftragslage nicht so wichtig für Dich ist, sie zu aktualisieren, würde ich es an Deiner Stelle dennoch tun. Wer präsentiert sich denn freiwillig öffentlich als SEO-Schreiberling (o. ä.), wenn er doch mittlerweile hauptsächlich "echte" journalistische Arbeit macht?
Es freut mich, dass es Dir finanziell gut geht, aber es geht mir ein wenig auf den Pinsel, dass Du dauernd von einer "Jammerkultur" redest. Ich habe als Freie soviel (bzw. so wenig) Geld verdient, dass ich davon gerade mal über die Runden gekommen bin, aber: Dafür habe ich meine Arbeit so gemacht, wie ich sie bis heute tue, nämlich sorgfältig und mit dem Anspruch, Dinge zu hinterfragen und so darzustellen, wie sie vielleicht kein anderer darstellt. Das braucht seine Zeit und wird nicht so honoriert, dass es sich finanziell wirklich lohnt - das gilt i. ü. mittlerweile auch für die meisten Festanstellungen. Das finde ich nicht in Ordnung, sage das aber ohne Jammern, weil ich in erster Linie meinen Beruf gut machen und erst in zweiter Linie Kohle scheffeln will. Wäre mir das am wichtigsten, wär ich Lehrer oder Anwalt oder Banker geworden.
Ich kenne viele Freischreiber, die schnell sind und (relativ) viel Geld machen, aber meistens schaffe ich es nicht, deren Texte bis zum Ende zu lesen - vorher bin ich eingedöst. Sauber und schnell Abliefern bedeutet meistens nicht, seine Sache gut zu machen. Wenn man Zeit braucht, hat das nichts damit zu tun, dass man zu langsam ist. Ich habe lange für eine große Tageszeitung gearbeitet, und wenn einer der festangestellten Redakteure z.B. eine größere Reportage machen wollte, dann wurde er dafür durchaus mal eine Woche lang komplett vom Tagesgeschäft freigestellt - und diese Zeit hat er auch gebraucht! Diesen Luxus (, der eigentlich keiner sein sollte) leisten sich allerdings nur noch wenige - das ist die Realität, und das ist traurig.

Schweinswal 06.03.2011 20:41

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
@Freak
Erst mal danke für die Tipps. Ich weiß nicht, ob ich das richtig verstanden habe. Was meinst Du mit "Bewerbungen"? Für dauerhafte Jobs brauche ich mich ohne Volo doch eh nicht zu bewerben. Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen.
Im Grunde kann ich doch nur einzelne Artikel verkaufen und das geht bei Auftraggebern, die mich noch nicht kennen, fast nur, indem ich da zig mal anrufe und bettele, man möge mir doch für einen Appel und 'n Ei diesen Artikel abkaufen. E-Mails werden normalerweise ja eh nicht gelesen, jedenfalls nicht beantwortet. Oder liege ich da falsch?
Was ich will und was mir Spaß macht, überlege ich schon lange nicht mehr. Ich glaube, das war der große Fehler, darüber zu viel nachzudenken. Leute, die so viel verdienen, dass sie über die Runden kommen, machen in der Regel etwas, das nur bedingt Spaß macht. Deshalb gibt es auch nicht so viele Bewerber, vor allem aber nicht wie im Journalismus Konkurrenten, die den Job auch noch für umsonst machen.
Wenn ich mir ansehe, was eventuell noch in benachbarten Berufsfeldern in Frage käme, sehe ich auch schwarz. PR - dafür bin ich wirklich nicht der Typ; Lektorat - ebenfalls mies bezahlt, massig Konkurrenz und die Akquise stelle ich mir auch nicht einfach vor; Ghostwriter für Doktorarbeiten ginge eventuell ...
Ich habe auch schon (ernsthaft) darüber nachgedacht, das Rauchen aufzugeben, um mich als Medikamententester verdingen zu können. Ist immerhin eine sinnvolle Tätigkeit und wird gut bezahlt. :)
Eine andere Möglichkeit wäre, was völlig anderes zu machen. Geht natürlich nur, wenn man den Job auch freiberuflich machen kann, da ich für eine Anstellung ja "zu alt" bin. Irgendwas mit Informatik vielleicht. Die Finanzierung ist ein Problem, aber vielleicht findet sich da eine Lösung. Arge und Bildungsgutschein, sicher nicht. Zu unwahrscheinlich. Noch ein Studium wäre da schon realistischer. Vielleicht findet sich ja alte Informatik-Studis wenigstens noch ein Studi-Job. Wenn nicht, muss ich es eben knicken.

Hessenreporter 06.03.2011 20:45

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
Zitat:

Zitat von Reporterin (Beitrag 80467)
Das ist doch ganz einfach. Keine ernstliche Recherche, keinen Interviewpartner und dann schaffe ich einen Artikel in 4-5 Stunden.

4-5 Stunden für einen Artikel ohne Recherche? Ist das ein Witz?

Texte-Büro 07.03.2011 00:41

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
@Schweinestall:
Du braucht nicht für jede Festanstellung ein Volo. Auch eine andere journalistische Ausbildung oder langjährige Berufserfahrung ist meist ausreichend. Ich spreche da aus Erfahrung. Mittlerweile ist es mir allerdings egal, weil ich keine Festanstellung mehr möchte.

@Shanti:
Völlig richtig. Ein (manchmal auch zwei) Tage Recherche und einen Tag schreiben mag schon hinkommen. Aber nutze ich meine Zeit vielleicht etwas besser. Wenn ich zum Beispiel sechs Stunden an einem Tag Recherche gemacht habe, kann ich am Abend vielleicht noch einen Ratgebertext oder einen anderen Text schreiben, der mir schnell von der Hand geht. Neben der Arbeit an einer Reportage lohnt es sich, noch ein wenig Zeit in einfache Texte zu stecken, die eben schnelles Geld bringen. Das gehört für mich genauso zum Arbeitsalltag wie die spannenden Reportagen.

@Reporterin:
Zu meinem Werdegang, der dich scheinbar interessiert: Nachdem ich in dem bereits erwähnten Beruf als Schauspieler nicht genügend Erfolg hatte, habe ich mit einfachen Seo-Texten etc. mich über Wasser gehalten. Später kamen dann erste Zeitschriftenverlage zu. Das journalistische Handwerk habe ich zunächst autodidaktisch gelernt. Trotzdem habe ich danach noch ein sogenanntes Fernstudium an einer Journalistenschule absolviert. Allerdings hatte ich durch mein "Selbststudium" zuvor das Handwerk wohl schon gut gelernt. Denn viel Neues habe ich während des Fernstudiums nicht gelernt. Berufserfahrung habe ich nicht nur als Freiberufler. Ich habe auch bereits in zwei Redaktionen als festangestellter Redakteur gearbeitet. Daher kann ich wohl sagen, dass ich den Beruf auch ohne Studium und Volo mittlerweile ganz gut kenne.

Abgesehen davon kann man nicht sagen, je länger man an einem Artikel arbeitet, desto besser ist er. Manche brauchen länger, manche brauchen etwas kürzer. Das ist doch überall so. Und zugegeben: Ich habe auch bei der Arbeit in den Redaktionen festgesellt, dass ich etwas schneller bin als die meisten anderen Redakteure. Nicht weil ich ein Wettrennen veranstalten möchte, ich bin eben einfach etwas schneller. Und? Muss ich mich dafür jetzt entschuldigen? Viele Redaktionen, für die ich nun als Freiberufler arbeite, sind sehr kritisch und legen viel Wert auf hohe Qualität. Aber da diese Auftraggeber mir treu erhalten bleiben, selbst bei ordentlichen Preisen, mache ich ja wohl irgendwas richtig.

Texte-Büro 07.03.2011 00:46

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
@Schweinestall:
Du braucht nicht für jede Festanstellung ein Volo. Auch eine andere journalistische Ausbildung oder langjährige Berufserfahrung ist meist ausreichend. Ich spreche da aus Erfahrung. Mittlerweile ist es mir allerdings egal, weil ich keine Festanstellung mehr möchte.

@Shanti:
Völlig richtig. Ein (manchmal auch zwei) Tage Recherche und einen Tag schreiben mag schon hinkommen. Aber nutze ich meine Zeit vielleicht etwas besser. Wenn ich zum Beispiel sechs Stunden an einem Tag Recherche gemacht habe, kann ich am Abend vielleicht noch einen Ratgebertext oder einen anderen Text schreiben, der mir schnell von der Hand geht. Neben der Arbeit an einer Reportage lohnt es sich, noch ein wenig Zeit in einfache Texte zu stecken, die eben schnelles Geld bringen. Das gehört für mich genauso zum Arbeitsalltag wie die spannenden Reportagen.

Abgesehen davon kann man nicht sagen, je länger man an einem Artikel arbeitet, desto besser ist er. Manche brauchen länger, manche brauchen etwas kürzer. Das ist doch überall so. Und zugegeben: Ich habe auch bei der Arbeit in den Redaktionen festgesellt, dass ich etwas schneller bin als die meisten anderen Redakteure. Nicht weil ich ein Wettrennen veranstalten möchte, ich bin eben einfach etwas schneller. Und? Muss ich mich dafür jetzt entschuldigen. Viele Redaktionen, für die ich nun als Freiberufler arbeite, sind sehr kritisch und legen viel Wert auf hohe Qualität. Aber da diese Auftraggeber mir treu erhalten bleiben, selbst bei ordentlichen Preisen, mache ich ja wohl irgendwas richtig.

@Reporterin:
Zu meinem Werdegang, der dich scheinbar interessiert: Nachdem ich in dem bereits erwähnten Beruf als Schauspieler nicht genügend Erfolg hatte, habe ich mit einfachen Seo-Texten etc. mich über Wasser gehalten. Später kamen dann erste Zeitschriftenverlage zu. Das journalistische Handwerk habe ich zunächst autodidaktisch gelernt. Trotzdem habe ich danach noch ein sogenanntes Fernstudium an einer Journalistenschule absolviert. Allerdings hatte ich durch mein "Selbststudium" zuvor das Handwerk wohl schon gut gelernt. Denn viel Neues habe ich während des Fernstudiums nicht gelernt. Berufserfahrung habe ich nicht nur als Freiberufler. Ich habe auch bereits in zwei Redaktionen als festangestellter Redakteur gearbeitet. Daher kann ich wohl sagen, dass ich den Beruf auch ohne Studium und Volo mittlerweile ganz gut kenne.
Und zu meiner Webseite: Ich kann mich wirklich nur wiederholen. Da ich laut aktuellem Stand mindestens bis Ende August keinen neuen Auftraggeber mehr annehmen könnte, ist die Webseite derzeit nicht weiter wichtig. Da ich keine Google AdWords Anzeigen geschaltet habe, dürfte auch kaum jemand die Seite zu Gesicht bekommen. Daher ist der Inhalt der Webseite momentan völlig egal. Ich wollte das im Sommer aber auf jeden Fall überarbeiten. Momentan habe ich einfach anderes zu tun

Shanti 07.03.2011 01:39

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
Schade ...im Netz finde ich nicht eine einzige Reportage von dir und auch keinen anderen Text in irgendeinem Qualitaetsmedium... eigentlich gar keinen Text ausser den paar Servicetexten auf deiner Homepage...fuer einen erfolgreichen Journalisten ist das schon sehr merkwuerdig...

Texte-Büro 07.03.2011 01:48

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
Die meisten Texte landen auch in den Zeitschriften und nicht im Internet. Wie bereits erwähnt schreibe ich hauptsächlich für Sportzeitschriften, bei denen auf der Webseite ein paar Kurznachrichten zu finden sind, aber keine großen Reportagen. Abgesehen davon muss ich dir jetzt auch nichts beweisen. Ich erzähle die von meinen Erfahrungen. Und ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum es so unglaublich für dich klingt, dass man eine gute Reportage zum Beispiel innerhalb von eineinhalb Tagen schreiben kann.

Und abgesehen davon: Wenn ich deinen Namen bei Google eingebe, lande ich auch nicht auf der Webseite eines Qualitätsmediums. Ich lande nur auf deinem Textsalon. Und um mich noch einmal zu wiederholen: ICH HABE MEINE WEBSEITE SEIT ZWEI JAHREN NICHT MEHR AKTUALISIERT, DAHER FINDEST DU AUCH DORT KEINE REPORTAGE.

Und ganz abgesehen davon: Was ist eigentlich deine Botschaft? Dass die ganze Branche eine Katastrophe ist und man von dem Beruf nicht leben kann? Ja gut, dann such dir einen anderen Beruf. Ansonsten sollte man hier nicht ständig rummeckern. Damit meine ich jetzt nicht nur dich, sondern viele hier im Forum.

Shanti 07.03.2011 02:48

AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?
 
Warum sollte meine Botschaft sein, dass die ganze Branche eine Katastrophe ist und man von dem Beruf nicht leben kann?

Wenn du meinen Namen tatsaechlich gegoogelt hast, weisst du ja, was ich so mache und wenn die Zeitungen und Magazine fuer dich keine Qualitaetsmedien sind, ist mir das wurscht - dann lohnt es sich aber auch nicht, mit dir ueber echten Journalismus zu reden.

Und deinen Kollegen das Wort zu verbieten, ist allgemein nicht sonderlich produktiv...meinetwegen, kann jeder so viel rummeckern wie er will.


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